Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Vortrag über Magnus Hirschfeld

während der Hirschfeld-Tage 2016 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

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Logo der Hirschfeld-Tage 2016

Auf Einladung von Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß, Hochschule Merseburg, und des Begegnungs- und Beratungszentrums “lebensart” e.V., Halle hält Ralf Dose am 1. Dezember 2016 in Merseburg einen Vortrag über Magnus Hirschfeld.

Der Sexualwissenschaftler Dr. Magnus Hirschfeld (1868-1935) war lange völlig vergessen. Erst in jüngerer Zeit erfreut sich sein Werk plötzlich eines lebhaften Interesses. Wofür stand Magnus Hirschfeld? Was waren seine sexualwissenschaftlichen Überzeugungen? Und woher rührt das wiedererwachte Interesse?

Als Ralf Seidel 1968/69 in München seine Dissertation “ Sexologie als positive Wissenschaft und sozialer Anspruch. Zur Sexualmorphologie von Magnus Hirschfeld” schieb, hatte er große Schwierigkeiten, auch nur die Hauptwerke Hirschfelds in deutschen Bibliotheken zu finden – so gründlich hatten die Nazis das Gedächtnis zerstört. Der westdeutschen Schwulenbewegung nach 1972 galt Hirschfelds Erklärungsansatz der Homosexualität als “biologistisch” – damals das schlimmstmögliche Verdikt, und es gab auch Stimmen, die ihn wegen seiner eugenischen Positionen als Vorläufer – wenn nicht Wegbereiter – der Nazis beschrieben. Andererseitt waren seine organisatorische Verdienste um die Entwicklung einer homosexuellen Emanzipationsbewegung unübersehbar. Heute wird Magnus Hirschfeld eher als Held ikonisiert, seine “Zwischenstufenlehre” wird als “queer” rezipiert. “Quer” lag sie den Zeitgenossen im wissenschaftlichen Magen, aber war sie darum “queer”?

Der Vortrag wird zwei Schwerpunkte haben:
- zentrale Daten zur Biografie Hirschfelds und zu seinen Publikationen vorstellen; und
- einen knappen Überblick über Hirschfelds Konzeption der “Zwischenstufenlehre” geben.