Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Teil-Finanzierung der Forschungsstelle in den Haushaltsjahren 2016 und 2017 gesichert

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In der Forschungsstelle (Foto: R. Wolfert)

Im kürzlich beschlossenen Doppelhaushalt des Landes Berlin für die Jahre 2016 und 2017 ist eine Aufstockung der Mittel für LSBTI-Projekte enthalten, die auch die Förderung der Arbeit der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft zum Inhalt hat.

Bisherige Situation

Seit dem Umzug in die Mohrenstraße 63 im Jahre 2013 haben wir uns darum bemüht, die Nutzungsbedingungen und die Zugänglichkeit von Bibliothek und Archiv der Forschungsstelle zu verbessern. Gleichzeitig belasten uns die gegenüber dem früheren Büro (bei mehr als doppelter Nutzfläche und wesentlich besserer Erreichbarkeit) verdoppelten Mietkosten erheblich. Freund_innen und Förder_innen haben uns durch ihre finanzielle Unterstützung ermutigt, den Umzug trotzdem zu wagen. Es war aber klar, dass auf Dauer die ausschließlich private Finanzierung der Miete aus Beiträgen und Spendenmitteln nicht zu leisten ist. Deshalb haben wir bereits 2013 angefangen, uns um eine Förderung durch den Berliner Senat zu bemühen.

In den Jahren 2014 und 2015 erhielten wir als Projektförderung jeweils 5.000 € aus dem Budget der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Landesstelle für Gleichberechtigung – gegen Diskriminierung, Fachbereich LSBTI für das Projekt “Geschichte zugänglich machen”. 2014 wurden davon für acht Monate ein Teil der Miete und die bescheidenen Honorarkosten für die wöchentlichen Öffnungs- und Beratungszeiten von Bibliothek und Archiv gezahlt. 2015 wurde der volle Betrag für die Betreuung von Bibliothek und Archiv und die Beratungsangebote eingesetzt. Alle Forschungsarbeit wird weiterhin ehrenamtlich geleistet, wenn es nicht gelingt, dafür andere Drittmittel einzuwerben.

Berliner Doppelhaushalt 2016/17

Seit Beginn der Haushaltsverhandlungen für den Berliner Doppelhaushalt 2016/17 haben wir unsere Erwartung deutlich gemacht, auch weiterhin (und mit einem größeren Betrag als bisher) aus dem Berliner Landeshaushalt gefördert zu werden. Für die nächsten zwei Jahre haben wir eine Aufstockung auf 10.000 €/Jahr beantragt, um in der LGBTI* Forschungslandschaft weiter mit unserem Angebot präsent sein zu können. Diese Bemühungen stehen im Kontext der Beteiligung der Forschungsstelle an der Vorbereitung des sog. Elberskirchen-Hirschfeld-Hauses (Arbeitsbezeichnung), wie es von der Initiative Queer Nations angestrebt wird. Nach anfänglichen sehr beruhigenden Auskünften gabe es in der Endphase der Haushaltsberatungen im Herbst doch noch heftige Irritationen aufgrund einer Mitteilung, dass die für die Initiative Queer Nations, das Lesbenarchiv Spinnboden und die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft vorgesehenen Beträge doch nicht oder nur in sehr geringem Umfang zur Verfügung stehen würden. Mit der engagierten Hilfe der beiden queerpolitischen Sprecher der Regierungsfraktionen, Stefan Evers und Tom Schreiber konnte aber geklärt werden, dass die Mittel wie vorgesehen zur Verfügung stehen werden. Wir bedanken uns bei Stefan Evers und Tom Schreiber herzlich für ihre Unterstützung.

Mit den beantragten Mitteln können wir etwa die Hälfte der Mietkosten abdecken; das Beratungsangebot können wir im bisherigen Umfang beibehalten.