Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

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Räume der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft von außen

Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft wurde 1982 in (West-) Berlin gegründet, um das wissenschaftliche und kulturelle Erbe des Sexualforschers Magnus Hirschfeld (1868–1935) und seines Instituts für Sexualwissenschaft (1919–1933) zu erforschen und zu bewahren. Unsere Bibliotheks- und Arbeitsräume befinden sich in der Kluckstraße 38 in Berlin-Tiergarten. Am einfachsten gelangt man tagsüber durch die Toreinfahrt Magdeburger Platz 1 zu uns (siehe Lageplan rechts).

Wir wünschen viel Vergnügen beim Stöbern in unserem Internetauftritt. Wenn Sie Fehler finden oder etwas vermissen, zögern Sie bitte nicht, uns eine E-Mail zu schicken!

Aktuelle Nachrichten und Veranstaltungshinweise:

„The First Homosexuals“ in Basel

Basel (Schweiz) – ab Freitag, den 6. März 2026, 18:30 Uhr

| Gustave Courtois: Portrait de Maurice Deriaz, 1907; Nasta Rojc: Autoportret u lovačkom odijelu, 1912.

Das Kunstmuseum Basel ist die zweite Station der großen Ausstellung „The First Homosexuals“, die im letzten Frühjahr und Sommer in Chicago gezeigt wurde. Sie erforscht den grundlegenden Wandel in der gesellschaftlichen Wahrnehmung gleichgeschlechtlicher Sexualität, der mit der Prägung des Begriffs „homosexuell“ im Jahr 1869 einherging, und wie schon in den USA ist die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft auch in der Schweiz mit etlichen Exponaten prominent vertreten. Neben dem Reisepass Magnus Hirschfelds und der Büste, die Harald Isenstein von dem Sexualforscher angefertigt hat, zeigt die Ausstellung auch Gemälde von Toni Ebel, handschriftliche Aufzeichnungen von Karl Heinrich Ulrichs sowie Fotos aus dem Umfeld des Instituts für Sexualwissenschaft, die aus unserer Sammlung stammen.

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Urning & Urningin

Den Haag, Netherlands – from 9 January to 5 April 2026

Plakat

Love and desire between people of the same sex have existed throughout history. For centuries, there was no language to name these desires – except in medical and legal terms that defined them as illness or crime. This began to change thanks to Karl Heinrich Ulrichs (1825–1895), a German lawyer who was the first to describe same-sex desire as an identity category. Ulrichs conducted extensive research into what he called ‘uranism’, built a network of scholars around it, and argued that queer desire should be recognised as something innate rather than criminal. With his own vocabulary for queer people, he articulated queer identity long before words such as homosexual, gay, or queer existed.

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Lila Nächte im Café Achteck

Berlin – Sonntag, den 25. Januar bis Sonntag, den 15. März 2026

Eine künstlerische Recherche zu den Auswirkungen der NS-Zeit auf lesbisches Leben und Lieben ausgehend von Lotte Hahm (1890–1967), einer zentralen Figur der Berliner lesbischen Subkultur. Sie engagierte sich als Organisatorin, Wirtin und Aktivistin für die Rechte und Sichtbarkeit lesbischer und transvestitischer Menschen. 1926 gründete sie den Damenklub Violetta, einen der größten und bekanntesten lesbischen Klubs Europas. Dort fanden Tanzabende, Vorträge und Solidaritätsveranstaltungen statt, die queeres Leben öffentlich machten. Zusammen mit ihrer Partnerin Käthe Fleischmann eröffnete sie so bekannte Lokale wie die Monokel-Diele.

Fleischmann verlor als Jüdin ab 1933 durch antisemitische Repressionen ihre Existenz. Ab 1939 musste sie Zwangsarbeit am Berliner Osthafen leisten, während Hahm sich verdeckt weiter für lesbisches Leben engagierte. Beide überlebten die Jahre, ihre Beziehung tat dies nicht.

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English translations by Michael Lombardi-Nash

As we have already reported here, Michael Lombardi-Nash has become something of a US branch of the Magnus Hirschfeld Society. The American with Italian-Scottish roots has been translating from German into English for over four decades, ever since he spent a year abroad in Germany as a student in the mid-1970s. Together with his then partner and later husband Paul Nash (1934–2010), he established “Urania Manuscripts”, which to this day has published numerous translations of early German-language writings from the homosexual movement of over 100 years ago.

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Franziska Mann an Martha Lorenz (1918)

| Franziska Mann, um 1913.

Wenn ein Archiv wächst und gedeiht, beruht dies nicht nur auf der Arbeit, die in ihm geleistet wird, sondern auch auf der Unterstützung, die es von außen erfährt. Dank einer großzügigen Spende konnte die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft vor kurzem erneut einen Brief der Schriftstellerin Franziska Mann (1859–1927), Magnus Hirschfelds älterer Schwester, antiquarisch erwerben. Es handelt sich um eine handschriftliche Mitteilung an Martha Lorenz vom 13. Oktober 1918, in der Franziska Mann ihre Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit zum Ausdruck bringt. Über Martha Lorenz ist bislang nur wenig bekannt. Vermutlich wurde sie 1857 in Elbing (heute Elbląg, Polen) geboren und lebte noch 1942 in Göttingen. Um 1920 war sie im Vaterländischen Frauenverein Wilmersdorf und der Künstlerfürsorge tätig. Außerdem hat sie 1911 ein Lese- und Bilderbuch unter dem Titel Für all die lieben Kinder herausgegeben. Damit verfolgte sie ähnliche emanzipatorische, wohltätige und erzieherische Zwecke wie Franziska Mann.

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Ingolf Wernicke: Hermann Hirschfeld (1825–1885). Badearzt und Publizist aus Pommern

Dr. Hermann Hirschfeld, jüdischer Arzt und Balneologe, stand bisher zu Unrecht im Schatten seines Sohnes, des berühmten Sexualtherapeuten Magnus Hirschfeld. Hermann Hirschfelds medizinisches Feld waren Bade- und Solekuren, mit denen er seine von weither angereisten Patienten nach einem modernen, ganzheitlichen Ansatz therapierte. Er leistete einen wesentlichen Beitrag zur Transformation der preußischen Festungsstadt Kolberg zu einem Norderney der Ostsee. Aus Dankbarkeit für Hirschfelds Wirken errichtete ihm die Stadt Kolberg nach seinem Tod ein Denkmal, das in der NS-Zeit zerstört wurde. Neben seiner Biografie wird hier auch Hirschfelds Darstellung der Bäder- und Soletherapien wiedergegeben. Ein Reiseprospekt Kolbergs aus dem Jahr 1910 beschließt das Buch.

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Mitteilungen 75/76 – November 2025

Die neueste Ausgabe der Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft ist da, und das Warten hat sich, wie wir finden, gelohnt. Über ein Jahr ist vergangen, seit das vorige Heft unserer Zeitschrift erschienen ist. Dafür ist die aktuelle Ausgabe mit über 100 Seiten vergleichsweise dick. Der Inhalt gestaltet sich divers, in mehrfacher Hinsicht. Da gibt es eine Werkbibliografie zu Johanna Elberskirchen von Christiane Leidinger und Ingeborg Boxhammer, eine umfangreiche und umfassende biografische Skizze zu Li Shiu Tong (1907–1993), wie es sie bislang noch nicht gab, von Matthias Dahlke, und gleich drei Artikel von Florian G. Mildenberger: über das ungeklärte Schicksal einer frühen Trans*pionierin, das wissenschaftliche Wirken dreier Weggefährten Magnus Hirschfelds nach dessen Tod und den Begriff der „Ipsation“. Raimund Wolfert widmet sich schließlich einer Fotostrecke aus dem Umfeld der Internationalen Freundschaftsloge (IFLO) sowie Erwin Haarmann (1915–1972), einem zentralen Aktivisten der deutschen „Homophilenbewegung“ aus Lüdenscheid. Wir wünschen allen unseren Lesern und Leserinnen eine gute Lektüre!

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Literaturcafé mit Oranna Dimmig, Claudia Schoppmann und Sigrid Grajek

Berlin – Sonntag, den 8. Februar 2026, 15:00 Uhr

Ein spektakulärer Kofferfund in einem Trödelgeschäft enthielt den Nachlass von Eva Siewert. Die Journalistin lernte 1938 in Berlin die jüdische Büroangestellte Alice Carlé kennen und lieben. Ihre gemeinsamen Fluchtversuche scheitern, und 1943 wird Carlé nach Auschwitz deportiert. Die beiden Autorinnen Oranna Dimmig und Claudia Schoppmann stellen das zusammen mit Raimund Wolfert herausgegebene Buch Damals wurde uns klar, dass Bleiben Lebensgefahr bedeutete in der Frauenkneipe BEGiNE vor und gehen auch den Spuren anderer frauenliebender Jüdinnen im Nationalsozialismus nach.

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Gad-Beck-Filmvorführung

Berlin – Donnerstag, den 5. Februar 2026, 19:30 Uhr

Aus Anlass aktueller Vorkommnisse (siehe hier) findet am 5. Februar 2026 in der Neuköllner Programmkneipe Bajszel eine Veranstaltung zu Gad Beck statt. Gezeigt wird der Film „Schwul, jüdisch, unbeirrt – Die Abenteuer des Gad Beck. Porträt einer unwahrscheinlichen Ikone“ aus dem Jahr 2006. Die Filmemacher Carsten Does und Robin Cacket werden anwesend sein und im Anschluss an den Film für ein Gespräch zur Verfügung stehen. Die Moderation hat Holger Heiland übernommen.

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Ein Abend zu Eva Siewert

Berlin – Sonntag, den 25. Januar 2026, 19:30 Uhr

Das Buch Damals wurde uns klar, dass Bleiben Lebensgefahr bedeutete von Raimund Wolfert, Oranna Dimmig und Claudia Schoppmann, das in diesem Frühjahr im Berliner Lukas Verlag erschien, dokumentiert die Liebesbeziehung zwischen der Journalistin Eva Siewert (1907–1994) und der Büroangestellten Alice Carlé (1902–1943), die sich 1938 in Berlin kennenlernten. Im März 1943 tauchte die als Jüdin verfolgte Alice Carlé in Berlin unter. Zu dieser Zeit musste Eva Siewert, die als „Halbjüdin“ stigmatisiert wurde, eine Haftstrafe nach dem „Heimtückegesetz“ im Frauengefängnis Barnimstraße verbüßen. Oranna Dimmig, Sigrid Grajek und Raimund Wolfert stellen das Buch in der Neuköllner Programmkneipe Bajszel vor.

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Franziska Mann: Könige ohne Land

In den ersten Tagen des neuen Jahres hat unsere Sammlung zu Franziska Mann (1859–1927), der Schwester Magnus Hirschfelds, einen erfreulichen Zuwachs erhalten. Wir konnten antiquarisch eine Erstausgabe von Manns Debüt Könige ohne Land (1903) mit einer eigenhändigen Widmung der Autorin erwerben. Um das gut 100 Seiten zählende Büchlein hatten wir uns im letzten Jahr schon einmal bemüht, aber da war es im Antiquariat verstellt und nicht aufzufinden. Jetzt ist es wieder aufgetaucht und bereichert nunmehr unsere stetig wachsende Sammlung.

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Neue Materialien von und zu Franziska Mann

Unsere Sammlungsschwerpunkte liegen auf Magnus Hirschfeld und seinem Institut für Sexualwissenschaft, aber darüber soll auch die Beschäftigung mit dem Lebensweg und Werk von Hirschfelds älterer Schwester Franziska Mann (1859–1927) nicht zu kurz kommen. Mann war zu ihren Lebzeiten eine beliebte Schriftstellerin, die sich in ihren Schriften vor allem mit weiblichen Lebenswelten auseinandersetzte. Zusammen mit ihrem Bruder Magnus Hirschfeld und anderen engagierte sie sich für das Frauenwahlrecht, und insbesondere in ihren späten Jahren betätigte sie sich auch wohltätig in der Fürsorge für alleinstehende und verarmte Frauen. Stets zur Seite stand ihr dabei die Dichterin Lucy Abels-Avellis (1874–1938), die wohl zeitweise als Sekretärin Manns fungierte.

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Neue Audio-Tour: „Queere Heldin“ Marlene Dietrich

Berlin – Samstag, den 13. Dezember 2025, 14:15 Uhr

Die Ikone Marlene Dietrich bekommt am Ort ihrer Gedenktafel am Marlene-Dietrich-Platz Nähe Potsdamer Platz einen eigenen QR-Code für die Audio-Tour des non-Profit Projekts „Queere Held*innen“ von Homolulu Berlin.

Am Samstag, den 13. Dezember 2025, wird von 14:15 bis 15:00 Uhr die Erweiterung der Marlene-Dietrich-Gedenktafel gefeiert. Die öffentliche Veranstaltung ehrt die Schauspielerin und Sängerin als bisexuelle Pionierin weiblicher Selbstbestimmung, Widerstandskämpferin im Nationalsozialismus und queere Ikone. Auf dem Programm stehen eine kurze Lesung durch Rafael Nasemann, Musik im Stil der 1920er Jahre von Louisa von Spies sowie Kuchen und warme Getränke.

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Rainer Herrn: „De l'amour et de la souffrance”

Paris, Frankreich – Donnerstag, den 4. Dezember 2025, 19:30 Uhr

Rainer Herrn stellt am 4. Dezember 2025 im Maison Heinrich Heine in Paris die französische Ausgabe seiner Publikation zu Magnus Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft vor: Die bereits im deutschsprachigen Raum vielbeachtete Studie über das Institut für Sexualwissenschaft des jüdischen Arztes und Sexualreformers Magnus Hirschfeld ist nun unter dem Titel „De l’amour et de la souffrance. L’institut berlinois de science sexuelle (1919–1933)” auf Französisch erschienen. Die Buchpräsentation findet in Zusammenarbeit mit Anne-Sophie Anglaret, Flora Bolter und Hussein Bourgi statt.

Der Medizinhistoriker Dr. Rainer Herrn zeichnet in seinem Buch das Bild einer legendären Institution und ihrer Protagonist*innen nach, er schildert die Kämpfe um die Abschaffung des deutschen „Homosexuellenparagraphen“ 175 und folgt den Schicksalen der Menschen, die einst im Institut Hilfe suchten.

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Homosexualität im besetzten Norwegen (1940–1945)

Eine Gruppe von Forscher:innen hat Archivmaterial aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs durchgesehen und neue Informationen über Homosexualität während der Nazi-Besatzung Norwegens gefunden. Ein übersehenes Kapitel der norwegischen Kriegsgeschichte wird so sichtbar gemacht. Es zeigt, wie sich „queere“ Menschen angesichts der Gefahr durch Verfolgung und den neuen Möglichkeiten für sexuelle und romantische Begegnungen bewegten.

Anfang Herbst wurden drei Artikel über die Lebensbedingungen von Homosexuellen zwischen 1940 und 1945 in der norwegischen Zeitschrift „Historisk tidsskrift“ veröffentlicht. 250.000 deutsche Soldaten marschierten in das Land ein, was für viele traumatische Folgen hatte, für einige jedoch auch neue Möglichkeiten eröffnete.

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Queer Lichtenberg – gestern und heute

Berlin – Dienstag, den 18. November 2025, 19:00 Uhr

Karl-Heinz Steinle und Andreas Pretzel stellen Spuren zur queeren Geschichte des Bezirks Lichtenberg vor. Es sind Ergebnisse des Recherche- und Vermittlungsprojekts „Queer Lichtenberg – gestern und heute“, das von der Diversity- und Queerbeauftragten des Bezirks und dem Museum Lichtenberg initiiert wurde und seit Februar 2025 von den beiden Historikern betreut wird.

Moderation: Kathrin Schultz von QueerHome*, Deutschlands erster Wohnraumberatung für LSBTIQ+, die in Lichtenberg beheimatet ist.

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Magnus Hirschfeld im Exil, Paris Nizza 1933–1935

Marseille, Frankreich – Sonntag, den 9. November bis Samstag, den 22. November

Ab dem 9. November 2025 wird in den zukünftigen Räumlichkeiten von „Mémoire des sexualités et Genres de luttes“ in Marseille die französischsprachige Ausstellung „Magnus Hirschfeld en exil, Paris Nice 1933–1935“ gezeigt. Die Ausstellung wird in Anwesenheit von Hans Bergemann und Andreas Pretzel von der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft eröffnet. Einführende Worte spricht Christian de Leusse, Gründer von „Mémoire des sexualités“ und Departementsbeauftragter des „Mémorial de la Déportation Homosexuelle“ (MDH).

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Stolperstein für Dr. med. Rudolf Schild

Berlin – Mittwoch, den 29. Oktober 2025, 10:45 Uhr

Am 29. Oktober 2025 wird für den Arzt Dr. Rudolf Schild (1873–1936) in Berlin-Wilmersdorf ein Stolperstein verlegt, den die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft schon vor etlichen Jahren beantragt hat. Rudolf Schild war jüdischer Herkunft und stammte gebürtig aus Frankfurt am Main. Als erwachsener Mann bezeichnete er sich jedoch als evangelisch. Nachdem er von Frankfurt nach Berlin umgezogen war, fungierte er auch als Obmann des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK).

In dieser Position hielt Schild 1921 einen Vortrag und veröffentlichte später einen Artikel, in dem er sich gegen die vermeintliche „Heilbarkeit der Homosexualität“ aussprach. Schild warnte seine Zeitgenossen davor, in der Ehe ein „Heilmittel gegen bestehende, gleichgeschlechtliche Komplexe“ zu sehen, und sein Beitrag wurde noch 1951 in der Hamburger „Homophilenzeitschrift“ Die Freunde auszugsweise nachgedruckt. Bis heute hat sich aber kein Bild Rudolf Schilds ermitteln lassen.

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Wieder in rechtmäßigen Händen

Provenienzforschung, also die Erforschung der Herkunft von Kulturgegenständen wie z.B. Gemälden oder Büchern, war schon immer ein zentraler Bestandteil der Arbeit der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft. Umso erfreulicher ist es, dass wir zur Abwechslung nun auch einmal die Möglichkeit hatten, selbst ein vom NS-Regime enteignetes Buch seinem rechtmäßigen Erben übergeben zu können.

Es war unser ehemaliger Mitarbeiter Dr. Jens Dobler, der ein Projekt ins Leben gerufen hatte, um sich der Provenienzforschung zu Büchern vor allem aus der Bibliothek des Frankfurter Instituts für Sexualwissenschaft (1973–2006) und der ehemaligen Privatbibliothek von Volkmar Sigusch zu widmen, welche im Herbst 2021 durch eine Schenkung (siehe hier) in den Besitz der MHG gelangt waren.

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Wissenschaftliches Gutachten zur Rolle des ehemaligen Geschäftsführers der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft beauftragt

Seit Oktober 2024 wird die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. (MHG) mit Fragen zur früheren Tätigkeit ihres damaligen Geschäftsführers konfrontiert. Hintergrund ist, dass der langjährige Geschäftsführer während seiner Funktion in der MHG seit 1983 parallel zeitweise führend in der „Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität e.V.“ (AHS) mitwirkte, die nachweislich auch in pädo-aktivistischen Diskursen aktiv war.

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The International Journal of Sexology

Von 1947 bis 1955 erschien im indischen Bombay (heute: Mumbai) eine wissenschaftliche Vierteljahreszeitschrift, die insbesondere in der deutschsprachigen Forschung zur Geschichte der Sexualitäten nach wie vor ein Schattendasein führt. Zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelang es dem indischen Sexologen Alliyapan Padmanabhan Pillay, seine Zeitschrift Marriage Hygiene wiederzubeleben, die zunächst zwischen 1934 und 1937 erschienen war. Das neu aufgelegte Periodikum nannte er bald in The International Journal of Sexology um, und um es scharte er eine illustre Runde von Autoren und Autorinnen weltweit, unter ihnen Harry Benjamin, Ewald Bohm, Eustace Chesser, Anne-Marie Durand-Wever, Hans Giese und Norman Haire, um nur einige zu nennen.

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Der fünfte Kongress des International Committee for Sexual Equality (ICSE)

Am Pfingstwochenende 1958 fand in Brüssel der fünfte Kongress des International Committee for Sexual Equality (ICSE) statt. Der belgische Verein „Centre de Culture et de Loisirs“ (CCL, dt. „Kultur- und Freizeitzentrum“) richtete die Veranstaltung in den eigenen Räumen in der 29, Rue Jules van Praet aus, und von Seiten ausländischer Gruppierungen waren Vertreter und Vertreterinnen des niederländischen „Cultuur- en Ontspannings Centrum“ (COC), der Bremer Internationalen Freundschaftsloge (IFLO), der Berliner Gesellschaft für Reform des Sexualrechts (GfRdS), der französischen Vereinigung „Le Verseau“ (dt. „Der Wassermann“), des norwegischen Verbands DNF-48 (Det Norske Forbundet av 1948) und der beiden US-amerikanischen Organisationen „Mattachine Society“ und „One“ anwesend. Für etliche Besucher war das Motto des Kongresses „World Vision on Homosexuality“ ein wenig hochgegriffen, andere verteidigten den Titel. Schließlich habe man sich gegen eine Weltausstellung behaupten müssen, die zeitgleich in Brüssel stattfand.

Im Brüsseler Versammlungssaal des CCL hatten etwa einhundert Personen Platz. Wohl auch deshalb wurde in der internen Berichterstattung angemerkt, „Symposium“ wäre wohl ein besseres Wort gewesen als „Kongress“. Nachdem sich das ICSE 1952 fast ausschließlich und seit 1956 überwiegend mit den Verhältnissen in Deutschland befasst habe, bedeute der Brüsseler Kongress des ICSE 1958 eine Wendung zum Internationalen hin, hielt „Floris van Mechelen“ (Henri Methorst), der Präsident der Vereinigung, in seiner Begrüßung an die Kongressteilnehmer fest. Die weitaus meisten von ihnen waren Männer: Etwa fünfzig kamen aus Belgien und etwa fünfzig aus dem Ausland. Frauen seien vor allem aus den nordischen Ländern angereist, heißt es in den Unterlagen. Namentlich ist von ihnen aber bislang keine bekannt.

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Richard von Krafft-Ebing: Beiträge zur Erkennung ...

Auch wir sind jedes Mal aufs Neue überrascht und begeistert, wenn ein Buch aus der ehemaligen Sammlung des Instituts für Sexualwissenschaft im Antiquariatsbuchhandel auftaucht und wir es dann sogar erwerben können. So geschehen diesmal mit den „Beiträgen zur Erkennung und richtigen forensischen Beurtheilung krankhafter Gemüthszustände für Aerzte, Richter und Vertheidiger“ des bekannten Psychiaters und Neurologen Richard Fridolin Joseph Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, genannt von Ebing, kurz auch Richard (Freiherr) von Krafft-Ebing (1840–1902).

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Zum Rücktritt von Ralf Dose als Geschäftsführer der MHG

Seit geraumer Zeit stehen Vorwürfe gegen den Mitbegründer und langjährigen Geschäftsführer der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Ralf Dose, im Raum, die sich auf seine Funktion als Geschäftsführer der ahs (arbeitsgemeinschaft humane sexualität) von 1982 bis 1989 und auf sein Wirken im Kuratorium der ahs bis 2001 beziehen.

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Rechercheplattform für queere Geschichte online

Die digitale Rechercheplattform für queere Geschichte ist online gegangen. QueerSearch führt zahlreiche Daten und Sammlungsobjekte aus unterschiedlichen Archiven, Bibliotheken und Sammlungen vornehmlich aus dem deutschsprachigen Raum zusammen und macht queere Geschichte sichtbar. Für Forschende, Interessierte und Kulturinstitutionen gibt es jetzt eine zentrale Anlaufstelle, um queeres Leben und seine vielfältigen Facetten in Vergangenheit und Gegenwart zu entdecken und zu erforschen.

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Online-Ausstellung zur fotografischen Sammlung des Instituts für Sexualwissenschaft

Die neue Ausstellung, die Hans Bergemann und Esra Paul Afken im Namen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft erarbeitet haben, ist online gegangen. 1919 eröffnete Magnus Hirschfeld in Berlin das Institut für Sexualwissenschaft. Das Institut war weltweit eine einzigartige Institution, die sich mit sexuellen Fragen in ihrer ganzen Breite befasste. Neben wissenschaftlichen Forschungsabteilungen, einer Poliklinik für ärztliche Behandlungen bei Sexualleiden und Beratungsstellen für Sexualfragen beherbergte es umfangreiche Sammlungen von Büchern, Bildern, Fotos und Objekten zur Vielfalt menschlicher Sexualität.

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Hans P. Soetaert: The Scattered Library

Cover | Book Cover

In his new book Hans P. Soetaert describes the various fates of the remnants of Magnus Hirschfeld’s Institute of Sexual Science Collection in France and Czechoslovakia, predominantly in the years from 1932 to 1942. It is the very first book to offer a meticulously detailed report of the three years leading up to Hirschfeld’s death in 1935 and, especially, the seven years following. Soetaert’s seminal book takes up where Rainer Herrn’s 2022 study on the history of Hirschfeld’s Institute and the life work of Magnus Hirschfeld ended, in 1932/33. The book was printed with the support of the Magnus Hirschfeld Society.

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Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft trauert um Dr. Jens Dobler

Berlin – Trauerfeier 1. November 2024, 11 Uhr

Jens Dobler 2022 | Jens Dobler 2022 (Foto: Ralf Dose)

Jens Dobler studierte Erziehungswissenschaften, Psychologie und Neuere Geschichte. 2008 wurde er mit einer Arbeit zur Homosexuellenverfolgung durch die Berliner Polizei zwischen 1848 und 1933 an der Technischen Universität Berlin in Neuerer Geschichte promoviert. Von 2007 bis 2022 war er Vorstandsmitglied der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, von 2010 bis 2015 Archiv- und Bibliotheksleiter des Schwulen Museums* in Berlin, und anschließend leitete er bis 2022 die Polizeihistorische Sammlung im Polizeipräsidium Berlin. Seit Oktober 2022 bearbeitete er für die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft das Forschungsprojekt „Die Plünderung des Instituts für Sexualwissenschaft von Magnus Hirschfeld in der NS-Zeit“, das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert wird.

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99 Jahre Zukunft für die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft

Rollberghalle | Wir wollen da rein...

In den vergangenen 40 Jahren konnten wir eine umfangreiche Bibliothek als Rekonstruktion der verlorenen Bibliothek des Instituts für Sexualwissenschaft aufbauen und wesentliche Archiv- und Nachlassbestände aus dem Umfeld des Instituts von Magnus Hirschfeld sammeln. Jetzt müssen wir deren langfristige Sicherung für die Nachwelt in Angriff nehmen. Eingedenk der Erkenntnis „Allein machen sie dich ein“ haben wir dazu mit dem Lesbenarchiv Spinnboden und dem Feministischen Archiv FFBIZ verabredet, ein gemeinsam genutztes Archivzentrum einzurichten. Wir bleiben alle selbständig, ziehen aber an einen gemeinsamen Standort, an dem wir Lesesaal und Archiv-Infrastruktur gemeinsam nutzen können.

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Unsere Projektwebseite zu „Hlas“ (Die Stimme)

Unsere neue Projektwebseite ist freigeschaltet! In den letzten Monaten hat sich die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft intensiv mit der historischen tschechoslowakischen LSBTIQ*-Zeitschrift „Hlas“ beschäftigt und präsentiert die Ergebnisse nun auf der Seite hlas-queermagazin.de. „Hlas“ war nach dem erzwungenen Ende aller deutschen Zeitschriften, die sich um die Belange homosexueller Männer und Frauen sowie von bisexuellen und trans* Personen bemühten, ab 1933 neben dem Schweizer „Freundschaftsbanner“ (später „Der Kreis“) weltweit die einzige Zeitschrift für Angehörige sexueller Minderheiten.

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Frauen um Magnus Hirschfeld

Wer waren die Frauen, die Magnus Hirschfeld nahestanden und die ihn prägten? Mit welchen Frauen arbeitete er zusammen, und auf welche bezog er sich in seinen Schriften wie in seinen Vorträgen? Das sind nur drei Fragen, denen sich die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft auf einer neuen Übersichtsseite ihres Internetauftritts widmet, zumindest ansatzweise. Denn in aller Kürze lassen sich diese Fragen kaum beantworten.

Zu dem angefügten Foto etwa können wir mit Sicherheit nur sagen, dass die zwei Frauen links neben Hirschfeld seine Schwestern Recha Tobias und Jenny Hauck sind. Zudem lässt sich die Liste der Fragen fortsetzen: Mit welchen Frauen kam Magnus Hirschfeld nicht überein und warum? Und was hielten eigentlich Frauen von Hirschfeld und seinen Ausführungen – zu seinen Lebzeiten wie nach seinem Tod? Im Guten wie im Schlechten.

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Digitalisiert: Paul Krisches Tagebücher

Aus dem Nachlass von Paul Krische (1878–1956) und Maria Krische (1880–1945), Sexualreformer*innen aus dem Umfeld Magnus Hirschfelds und des Instituts für Sexualwissenschaft, besitzt die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft zahlreiche Tage-, Jahres- und Erinnerungsbücher sowie andere Unterlagen, die wir 2013 posthum von Susanne Andrukowicz, einer Enkelin des Ehepaars Krische erhalten haben. Die von Paul Krische handschriftlich geführten Tagebücher umfassen die Jahre 1930 bis 1940, die Sammelalben stammen aus den Jahren 1915 bis 1953. Zusätzlich gehören Unterlagen zur Familiengeschichte und vier Kästen mit Fotografien zu dem Konvolut.

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Obleute des WhK – Gesamtverzeichnis

Im Wissenschaftlich-humanitären Komitee (WhK) gab es ab 1904 Bestrebungen, eine Art kollektives Führungsgremium zu bilden. Es erhielt zunächst die Bezeichnung „Obmännerkommission“ und bestand aus sieben Personen. Später wuchs die Zahl auf siebzig Mitglieder. Das Obmännerkollegium wählte den Vorstand des WhK, und gemäß den Statuten der Organisation sollten in ihm möglichst viele Bevölkerungs- und Berufsgruppen vertreten sein. Auf der nachfolgenden Namensliste finden sich dementsprechend nicht nur Ärzte und Rechtsanwälte, sondern auch Schriftsteller, Industrielle, Kaufleute, Ingenieure, Mechaniker und andere. Grundsätzlich währte die Obmannschaft im WhK fünf Jahre. Nach Ablauf dieser Zeit konnte sich jedes Mitglied der Wiederwahl stellen, und wer das Amt zehn Jahre bekleidet hatte, konnte zum Obmann auf Lebenszeit ernannt werden.

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Monatsberichte des WhK 1902–1908

Die Monatsberichte des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (Charlottenburg–Berlin) sind eine reichhaltige Quelle zur Frühgeschichte der homosexuellen Emanzipationsbewegung nicht nur im deutschsprachigen Raum. Die einzelnen Monatsberichte sind jedoch bislang nur schwer zugänglich gewesen, in kaum einer öffentlichen oder wissenschaftlichen Bibliothek dürften sie vollständig erhalten sein. Auch weisen sie kein Inhalts-, Namens- oder Ortsverzeichnis auf. Die gezielte Recherche in den Ausgaben war deshalb von jeher aufwendig. Aus diesem Grund hat sich die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft entschieden, das gebundene Exemplar der Monatsberichte 1904–1908, das wir in unserer Sammlung haben, zu digitalisieren und interessierten Leser_innen und Forscher_innen zur Verfügung zu stellen.

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Veranstaltungen und Einladungen

Auf dieser Seite finden Sie Veranstaltungen und Einladungen im Namen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft. Veranstaltungen anderer Organisationen finden Sie im Menü unter „Veranstaltungen und Publikationen, auf die wir gern aufmerksam machen möchten”.

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Veranstaltungen und Publikationen, auf die wir gern aufmerksam machen möchten

Hier finden Sie eine Reihe ausgewählter Hinweise auf interessante Veranstaltungen und Publikationen, die jedoch ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit oder Objektivität der Auswahl ist:

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Netzwerk

Auf dieser Unterseite finden sich Hinweise auf Archive und Sammlungen, in denen sich Unterlagen zu Magnus Hirschfeld, dem Institut für Sexualwissenschaft und seinem Umfeld sowie zur Geschichte der Sexualwissenschaft und benachbarter Themen befinden. Hier haben wir ebenfalls eine Übersicht über Initiativen, Institutionenm Gruppierungen und Publikationen eingestellt, mit denen wir gerne zusammenarbeiten bzw. die wir gerne konsultieren.

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