Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Herbert Kowalewski (1919-1938)

Stolperstein – Biographie
Stolperstein Herbert Kowalewski vergrößern
Stolperstein für Herbert Kowalewski (von OTFW, Berlin (Selbst fotografiert) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons)

Am 3. Juni 2004 wurde im Scheunenviertel der Stolperstein für das homosexuelle Opfer des Nazi-Regimes, Herbert Kowalewski, verlegt.

Herbert Kowalewski
geboren 20. September 1919
Stricher und Widerstandskämpfer
Linienstraße 66
nahm sich am 9.1.1938 das Leben, um der Strafverfolgung zu entkommen

Hier wohnte Herbert Kowalewski, geboren 20.9.1919. Der Lebensweg des jungen Arbeiters war ab 1931 geprägt von zahlreichen Zwangseinweisungen in sogenannten Fürsorgeanstalten in Berlin und Umgebung, aus denen er 1936 für eine Zeit wieder freikam. In Berlin suchte er zunächst Halt und Auskommen mit Männerbekanntschaften, die er am Rosenthaler Platz, einem bekannten Treffpunkt Homosexueller, machte. Er fand bei seinen Liebhabern Unterstützung und Zuwendung, anhaltende Freundschaften entstanden. Als er Anfang 1937 nach Spanien wollte, um dort am Kampf gegen das faschistische Regime teilzunehmen, wurde er verhaftet. Es gelang ihm, die Vorwürfe wegen Hochverrats abzuleugnen. Wegen seiner Männerbekanntschaften sollte ihm dann der Prozeß gemacht werden. Bis dahin wurde er wiederum in Zwangsanstalten der Jugendfürsorge eingeliefert. Kurz vor dem Prozeß nahm er sich am 9.1.1938 das Leben. Zwei seiner Freunde und Liebhaber, die mitverurteilt werden sollten, hatten sich zuvor ebenfalls das Leben genommen, um der weiteren Strafverfolgung zu entkommen.