Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Karl Schultz, Verleger

Über den den Lebensweg des Verlegers Karl Schultz liegen so gut wie keine Angaben vor.

Zur Biografie

Karl Schultz gründete 1919 in Berlin-Kreuzberg einen eigenen Verlag, in dem unter anderem die „schwule” Wochenzeitschrift Die Freundschaft (1919–1933) erschien. Ihre Existenz wurde in den folgenden Jahren mehrfach durch polizeiliche Maßnahmen bedroht und in Frage gestellt. So wurde ihr Erster Redakteur Max H. Danielsen 1922 wegen „Verbreitung unzüchtiger Inserate” angeklagt und zu einer hohen Haftstrafe verurteilt. Gleichwohl gelang es Schultz immer wieder, seine Zeitschrift auf eine solide finanzielle und organisatorische Basis zu stellen. 1924 übernahm Georg Plock die Redaktion der Zeitschrift, und wohl bedingt durch diese Personalie erschienen zeitweise die offiziellen Mitteilungen des WhK in der Freundschaft, nachdem das Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen inflationsbedingt sein Erscheinen einstellen musste.

Der Verlag Karl Schultz war zunächst in der Kreuzberger Alexandrinenstraße 8 ansässig, zog 1920 zum Planufer 5, dann in die Wilhelmstraße 124 um und siedelte sich schließlich in der Baruther Straße 1 an, wo Schultz auch ein Ladenlokal unterhielt. In seinem Verlag erschienen nicht nur Zeitschriften wie Die Freundschaft und Uranos, sondern auch Bücher und Broschüren wie der Internationale Reiseführer, eine Art Vorläufer des Generationen später etablierten Spartacus Gay Guide. Im Verlagsprogramm waren auch Kunstaktfotos im Postkartenformat sowie Nachbildungen antiker Statuen und Bildnisse. Dieses „Gemischtwarenkonzept” wurde 1927 aufgekündigt, als der Buchhalter Kurt Eitelbuss den Phoebus-Verlag gründete und das Buchprogramm Schultz’ übernahm. Der Karl-Schultz-Verlag selbst widmete sich noch bis 1932 der Produktion und dem Vertrieb seiner Zeitschriften und löste sich dann auf.