Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Max H. Danielsen, Redakteur

geb. 2.12.1885 (Kiel?) gest. nach 1928 (Ort nicht belegt)

Mitglied im Obmännerkollegium des WhK seit 1920

Zur Biografie

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Quelle: Sammlung Jens Dobler, Berlin
Zur Biografie Max H. Danielsens liegen nur wenige Angaben vor. Danielsen wurde 1920 Leiter der Kieler Ortsgruppe des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK), und um diese Zeit wohnte er unter der Anschrift Schuhmacherstr. 30 II. Ob Kiel auch seine Geburtsstadt war, ist nicht bekannt. Möglicherweise handelte es sich lediglich um seinen damaligen Wohnort.

Ebenfalls 1920 wurde Danielsen Chefredakteur der Zeitschrift Die Freundschaft, und wenig später wurde er Mitglied im Deutschen Freundschaftsverband (DFV) und im Bund für Menschenrecht (BfM). 1922 wurde Danielsen wegen „Verbreitung unzüchtiger Inserate” zu einer hohen Geldstrafe verurteilt, doch offensichtlich ließ er sich durch diese Verurteilung in seinem Engagement für die homosexuelle Emanzipation nicht beirren. Zwei Jahre später versuchte er, den DFV auf überregionaler Basis als Konkurrenzunternehmen zum BfM neu aufzubauen. Er veröffentlichte jetzt auch in der Zeitschrift Die Fanfare, und 1928 trat er als Herausgeber einer weiteren neuen Zeitschrift in Erscheinung, die unter dem Namen Neue Freundschaft allerdings nur mit zwei Ausgaben erschien. Danach verlieren sich alle Spuren zu Max H. Danielsens Lebensweg.

Seit den 1940er Jahren und bis 1978 gab es einen Gebrauchsgrafiker Max Danielsen in Hamburg, der in Kiel geboren wurde. Es ist aber noch nicht geklärt, ob es sich bei ihm um den ehemaligen Leiter der Kieler WhK-Ortsgruppe Max H. Danielsen handelte.

Weiterführende Literatur

Hergemöller, Bernd-Ulrich. Hrsg. (2010): Mann für Mann. Biographisches Lexikon zur Geschichte von Freundesliebe und mannmännlicher Sexualität im deutschen Sprachraum. Berlin/Münster: Lit, S. 251.

Zu Danielsens Redakteurstätigkeit in Berlin siehe Micheler, Stefan (2008): Zeitschriften, Verbände und Lokale gleichgeschlechtlich begehrender Menschen in der Weimarer Republik.