Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Hermann Rohleder, Dr. med.

geb. 5.2.1866 (Dommitzsch) gest. 21.1.1934 (Leipzig)

Dr. med. Hermann Rohleder wird zwischen 1907 und 1920 als Mitglied des Obmännerkollegiums des WhK genannt.

Hermann Rohleder studierte Medizin in Leipzig (1889-1894) und wurde dort 1894 auch promoviert. Er praktizierte danach als Arzt in Leipzig. Er war verheiratet, hatte aber keine Kinder.

Hermann Rohleder war Mitherausgeber der ersten Zeitschrift für Sexualwissenschaft (1908), und war 1913 an der Gründung der Ärztlichen Gesellschaft für Sexualwissenschaft beteiligt. 1926 sprach er auf dem Kongress von Albert Moll in Berlin. Auch im Bund für Mutteschutz von Helene Stöcker war er aktives Mitglied.

Rohleder hat umfangreich zu allen Themen des “gesamten Geschlechtslebens” publiziert. Bekannt wurde er durch seine 1899 erschienene Monografie Die Masturbation (die er meinte, bekämpfen zu müssen). Von Interesse sind heute noch seine Pionierarbeiten zur künstlichen Befruchtung.

Volkmar Sigusch: Hermann Rohleder; in: Personenlexikon, S. 595-601

Andrea Hommel: Hermann Rohleder (1866-1934) und die Anfänge der künstlichen Befruchtung in Deutschland; in: Medizinhistorisches Journal 29(1994)2, S. 121-148

F.H. Moll, T. Halling, M. Krischel: “Rohleder gehört zu den ersten, welche die Bedeutung der Sexualwissenschaft in ihrem vollen Umfange erkannt haben.” : Leben und Werk des Venerologen, Urologen und Sexualmediziners Hermann Rohleder (1866­-1934); in: Der Urologe 59(2020), S. 1095-1106