Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Rudolf von Beulwitz, Gutsbesitzer

geb. 1874 (Trier) gest. 3.12.1916 (Berlin)

Nikolaus Alexander Rudolf von Beulwitz war seit 1910 Mitglied des Obmännerkollegiums.

Zur Biografie

Nikolaus Alexander Rudolf von Beulwitz war ein Sohn des Gutsbesitzers Richard von Beulwitz und dessen Frau Emma geb. Warrand aus Mariahütte im Kreis Trier. Er war seit 1910 Mitglied im Obmännerkollegium des WhK. 1905 übersetzte er das Vorwort Emile Zolas zu dessen Roman eines Konträrsexuellen ins Deutsche, behauptete aber bei der Gelegenheit, Zola sei zu früh verstorben, um „uns Uraniern” den „wahren Roman des Uraniers” zu schenken.

1907 erschien ebenfalls ein Beitrag von Rudolf von Beulwitz über Emile Zola im Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen. Dem Artikel zufolge muss von Beulwitz in Kontakt mit dem französischen Militärarzt Georges Saint-Paul (1870–1937) gestanden haben, der sich in seinen Schriften zur Homosexualität des Pseudonyms „Dr. Laupts” bediente.

Rudolf von Beulwitz schied Ende 1916 durch Selbstmord aus dem Leben. Er wurde tot auf der Toilette eines Berliner Lokals gefunden. Magnus Hirschfeld, der zur Identifikation des Toten ins Leichenschauhaus gerufen wurde, hielt in Von einst bis jetzt fest: „‚Selbstgerichtet?’ fragte mich leise der Leichenwärter. ‚Nein, selbstbefreit!’ erwiderte ich ihm, des Entseelten kalte Hand zum letzten Mal fassend.” Rudolf von Beulwitz hatte zuletzt in Illowo (Kreis Flatow, Westpreußen), heute Iłowo-Osada (Polen), gewohnt.

Schriften (Auswahl)

Beulwitz, Rudolf von (1907): Ein Brief Emil Zolas an Dr. Laupts über die Frage der Homosexualität, in: Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen (Jg. 5), S. 371-386

Weiterführende Literatur:

Hirschfeld, Magnus (1986): Von einst bis jetzt. Geschichte einer homosexuellen Bewegung 1897–1922. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Manfred Herzer und James Steakley (Schriftenreihe der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft 1). Berlin: Verlag rosa Winkel, S. 99