„The First Homosexuals“ in Basel


Das Kunstmuseum Basel ist die zweite Station der großen Ausstellung „The First Homosexuals“, die im letzten Frühjahr und Sommer in Chicago gezeigt wurde. Die Ausstellung beleuchtet den grundlegenden Wandel in der gesellschaftlichen Wahrnehmung gleichgeschlechtlicher Sexualität, der mit der Prägung des Begriffs „homosexuell“ im Jahr 1869 einherging, und wie schon in den USA ist die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft auch in der Schweiz mit etlichen Exponaten prominent vertreten. Neben dem Reisepass Magnus Hirschfelds und der Büste, die Harald Isenstein von dem Sexualforscher angefertigt hat, zeigt die Ausstellung auch handschriftliche Aufzeichnungen von Karl Heinrich Ulrichs, die aus unserer Sammlung stammen.
Das Jahr 1869 bildete einen Wendepunkt. Bis zu jener Zeit war gleichgeschlechtliches Begehren etwas, das man tat, und nicht unbedingt etwas, das man war. „The First Homosexuals“ untersucht, wie Homosexuelle zum ersten Mal vom Rest der Bevölkerung abgegrenzt wurden und eine Identität erhielten, die sich auf ihre Sexualität bezog. Gezeigt werden über 300 Werke von mehr als 125 Künstlern aus 40 Ländern, Leihgaben aus über hundert Museen und Privatsammlungen in aller Welt, unter ihnen zahlreiche nationale Schätze, die noch nie außerhalb ihres Landes präsentiert wurden. Das Projekt hat auch eine Reihe von Premieren zu Tage gefördert, darunter die früheste bekannte Darstellung eines homosexuellen Paares in der europäischen Kunstgeschichte und die ersten modernen Trans-Darstellungen. Mehr als ein Drittel der gezeigten Werke stammt von Frauen und „artists of color“. Realisiert wurde die Ausstellung von den Kuratoren Jonathan D. Katz, Johnny Willis und Len Schaller, und wir sind stolz und glücklich, dass wir sie in ihrer Arbeit unterstützen konnten.
