Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

René Stelter, Redakteur

René Stelter wurde 1923 zum Obmann des WhK gewählt. Seine Identität ist nach wie vor ungeklärt. Vermutlich bediente er sich eines Pseudonyms. Möglicherweise handelte es sich auch um den Hauptschriftleiter Hans [Johann Eduard] Stelter (1895–1945), der 1923 in der Pleßstraße 38 in Wilhelmshagen bei Berlin verzeichnet war.

Zur Biografie

Zum Lebensweg und zur Identität René Stelters liegen kaum verwertbare Angaben vor. Zwischen 1921 und 1923 gab Stelter zusammen mit dem Insektenkundler und Sexualwissenschaftler Ferdinand Karsch-Haack (1853–1936) die „urnische Monatsschrift” Uranos heraus. Sie sollte zeigen, „wie sich Gesellschaft und Staat vergangener und gegenwärtiger Zeit in den einzelnen Staatswesen zu der Erscheinung des Uranismus [so der zeitgenössische Ausdruck für Homosexualität] gestellt haben und wie es häufig in vollendeter Weise gelungen ist, das Uraniertum zum Nutzen und Frommen der Allgemeinheit wie zum Wohlbefinden der Uranier zur Geltung zu bringen.“ Doch war das Projekt nicht von Erfolg gekrönt. Schon der zweite Jahrgang (1922/23) sollte nicht mehr komplett erscheinen.

René Stelter war von Mai bis September 1923 auch Redakteur der Zeitschrift Die Freundschaft. Über seine weiteren publizistischen Tätigkeiten liegen keine gesicherten Angaben vor.

Die zwölf erhaltenen Ausgaben der Zeitschrift Uranos wurden 2003 in der Reihe Bibliothek rosa Winkel (Bd. 32) im Hamburger Verlag Männerschwarm erneut als Reprint herausgegeben.

Der oben erwähnte Hans [Johann Eduard] Stelter stammte gebürtig aus Oberhausen. Er studierte Geschichte, Volkswirtschaft und Philosophie an der Universität in Berlin und wurde im April 1923 Herausgeber des in Wilhelmshagen ansässigen Deutschen Tageblattes. Nach der Reichstagswahl im Mai 1924 zog er für die Nationalsozialistische Freiheitspartei in den Reichstag ein. Am 1. April 1941 wurde Hans Stelter Mitglied der NSDAP.