Horst Pommerening, Dr. jur., Rechtsanwalt
Zur Biografie
Zum Lebensweg von Dr. Horst Pommerening haben sich bislang nur wenige Angaben ermitteln lassen. Pommerening wurde am 31. August 1919 in Breslau (heute Wrocław, Polen) geboren. 1942 legte er an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt/Main unter dem Titel „Grundlagen und Wesen der Neutralitätspolitik der Vereinigten Staaten“ seine Dissertation vor. Offenbar lebte Pommerening auch in der frühen Nachkriegszeit im Raum Frankfurt. Im Zuge eines Studienaufenthaltes in den USA erwarb er sich gute Englischkenntnisse und veröffentlichte auch im American Journal of International Law.
Um 1950 engagierte sich Horst Pommerening im Umfeld des Frankfurter Arztes Hans Giese (1920–1970) für eine Reform des § 175 StGB. Er war neben den „Homosexuellenanwälten“ Erich Schmidt-Leichner (1910–1983) und Alf bzw. John Adolf Block (1908–?) Mitglied in der Frankfurter „Gesellschaft für Bürgerrechte“. Diese sprach sich 1951 in einem Kurzmemorandum, das sie dem hessischen Ministerpräsidenten überreichte, für die Reform des Paragrafen und ein Ende aller einschlägigen Verfahren aus.
Die „Eingabe an die Gesetzgebenden Organe in Bonn betr. §§ 175, 175a StGB“, die 1953 nebst Äußerungen von Hans Giese und Horst Pommerening in Humanitas abgedruckt wurde, sollte ursprünglich um weitere Ausführungen ergänzt werden. Doch ließ die Zeitschrift in der Folgeausgabe (Nr. 2/1953, S. 6 verlauten, man sei aus verlagsrechtlichen Gründen nicht mehr in der Lage, den Beitrag fortzusetzen.
Später trat Pommerening in den diplomatischen Dienst der Bundesrepublik Deutschland ein. Bis 1961 war er Konsul am Generalkonsulat der BRD in der britischen Kronkolonie Hongkong, und ab demselben Jahr Leiter des Konsulats in Belo Horizonte (Brasilien). 1968 legte er eine Studie zum chinesisch-sowjetischen Grenzkonflikt vor.
Horst Pommerening schied im Dezember 1970 durch Suizid aus dem Leben.
Veröffentlichungen
Pommerening, Horst (1949): [Rezension zu:] Deutschlands Rechtslage. By Rolf Stödter [auf Englisch], in: The American Journal of International Law (Jg. 43), Nr. 3 (Juli), S. 609.
Pommerening, Horst (1949): Bericht über die Erfahrungen während eines Studienaufenthaltes bei der Bundesverwaltung der Vereinigten Staaten, in: Hessisches Ministerium für Erziehung und Volksbildung (Hrsg): Die politischen Wissenschaften an den deutschen Universitäten und Hochschulen. Wiesbaden: Hessisches Ministerium für Erziehung und Volksbildung, S. 113-116.
Pommerening, Horst (1950): Die Rechtslage des Lehrstandes. Referat anläßlich der Vertreterversammlung des Landesverbandes Hessen der GEW am 2. April 1950 in Marburg, in: Archiv der Sozialen Demokratie (AdsD), Bonn, GEW-Hauptvorstand, 3/040012.
Pommerening, Horst (1950): Ergebnis der Arbeitstagung vom 11. April 1950, in: Zeitschrift für Sexualforschung (Jg. 1), Nr. 3/4, S. 316-326 [siehe auch: Pommerening, Horst: Ergebnis der Arbeitstagung vom 11.4.1950, in: Humanitas 1953 (Jg. 1), Nr. 1 (Juli), S. 3].
Pommerening, Horst (1951): Der Einfluss der Grundrechte des Bonner Grundgesetzes auf die praktische Polizeiarbeit. Polizei und Meinungs-, Versammlungs- und Vereinsfreiheit. Zwei Vorträge. Frankfurt/Main: [Arbeitsgemeinschaft des kommunalen Polizeichefs in Hessen] .
Pommerening, Horst (1968): Der chinesisch-sowjetische Grenzkonflikt. Das Erbe der Ungleichen Verträge. Olten & Freiburg (im Breisgau): Walter.
Weiterführende Literatur
[Anonym] (1950): Eingabe an die Gesetzgebenden Organe des Bundes in Bonn betr. §§ 175, 175a StGB, in: Zeitschrift für Sexualforschung (Jg. 1), Nr. 3/4, S. 311-332.
Koppel, Thomas Paul (1972): Sources of change in West German Ostpolitik. The grand coalition, 1966–1969 [PhD diss., University of Wisconsin].
