Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Michael von Muromzew, Ministerialsekretär

geb. 7.12.1894 (St. Petersburg, Russland)

Michael von Muromzew wurde 1920 zum Obmann des WhK ernannt.

Zur Biografie

Zum Lebensweg Michael von Muromzews liegen kaum Angaben vor. Muromzew stammte gebürtig aus St. Petersburg. Er lebte in Berlin, war zeitweise Dolmetscher von Beruf und bekannte sich zur evangelischen Religion. Zwischen 1870 und 1933 hat er sich in Deutschland einbürgern lassen.

Magnus Hirschfeld bezeichnet Michael von Muromzew in Von einst bis jetzt (1923/24) als „russischen Obmann” des WhK (ebd., S. 121). Das Berliner Adressbuch verzeichnet ihn 1927 als Kaufmann in der Eislebener Str. 15. Im gleichen Haus wohnte der Arzt Dr. med. Nikolaus Golobeff, dessen Tod Michael von Muromzew beim Standesamt anzeigte. Im Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen (1923, S. 180) heißt es, Michael von Muromzew habe aus Anlass der Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen des WhK in einer „von dichterischem Schwung erfüllten” Ansprache die „sexuelle Not seiner Brüder” geschildert – gemeint war die Situation Homosexueller als Angehörige der „Ostvölker”.

Schriften (Auswahl)

Muromzew, Michael von (1923): Der Pathicus, in: Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen (Jg. 23), S. 46-57