Adam-Werner von Massow, Dr. jur., Rechtsanwalt
Zur Biografie


Adam-Werner von Massow wurde am 30. Oktober 1901 als zweiter Sohn des Oberleutnants Alexander von Massow und dessen Frau Gisela (geb. Heyden) in Gnesen (heute Gniezno, Polen) geboren, besuchte die Gymnasien in Breslau (heute Wrocław, Polen), Königsberg (Kaliningrad), Allenstein (Olsztyn) und Potsdam und legte 1918 wohl kriegsbedingt an der Ritterakademie in Brandenburg an der Havel die „Notreifeprüfung“ ab. In der Folge trat er als Kriegsfreiwilliger im Garde Schützenbataillon in den militärischen Dienst ein, wurde nach einem kurzen Aufenthalt an der Westfront aber wieder aus diesem entlassen.
Adam-Werner von Massow studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten in Berlin, Rostock, Leipzig, Freiburg (im Breisgau) und Greifswald. 1927 wurde er als Gerichtsassessor beim Amtsgericht Anklam angestellt, ließ sich jedoch schon im Folgejahr zu Sprach- und Rechtsstudien in Frankreich beurlauben. Um 1929 nahm er eine Tätigkeit als Rechtsanwalt beim Landgericht Stettin (heute Szczecin, Polen) auf, wo er einige Jahre später auch Notar wurde. In Stettin arbeitete von Massow noch 1939 als Rechtsanwalt, doch wurde er bereits im Jahr darauf als Kriegsgerichtsrat zur Luftwaffe eingezogen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Adam-Werner von Massow als Flüchtling nach Göttingen, später nach Hamburg, wo er zunächst Spruchrichter an der Staatlichen Spruchkammer wurde. Zwischenzeitig war er auch als Rechtsanwalt und Notar in Ahlden an der Aller (Heidekreis) tätig.
Adam-Werner von Massow blieb zeit seines Lebens unverheiratet und starb am 13. November 1954 in Hamburg. In der Folge wurde seine Zulassung zur Rechtsanwaltschaft in Hamburg gelöscht. Zum Zeitpunkt seines Todes war von Massow zweiter Vorsitzender des Landesverbandes Hamburg der Deutschen Liga für Menschenrechte, an dessen Aufbau er sich nach 1945 maßgeblich beteiligt hatte. Wie in einem Nachruf auf ihn festgehalten wurde, galt Adam-Werner von Massows Hauptinteresse als Rechtsanwalt straffällig gewordenen Jugendlichen, später wurde er ein „Anwalt der Flüchtlinge“.
Veröffentlichungen
Massow, A. W. von (1953): Das Fundament der Strafjustiz, in: Humanitas (Jg. 1), Nr. 6 (Dezember), S. 10-11.
Weitere Archivalien
dt [d.i. möglicherweise Berner, Dieter]: Dr. Adam W. von Massow †, in: [Unbekannte Quelle aus dem Umfeld der Deutschen Liga für Menschenrechte], vermutl. erschienen Anfang 1955.
Eintrag im Hamburgischen Justizverwaltungsblatt (HmbJVBL), 1954 (Jg. 28), Nr. 3, S. 28, online hier.
