Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Paul Lißmann, Dr. med., Arzt

geb. 27.1.1879 (München) gest. 1930 oder 1931 (München?)

Dr. Paul Lißmann wird 1914 und 1920 als Mitglied im Obmännerkollegium des WhK genannt.

Paul Lißmann wurde 1903 in München promoviert und erhielt seine Approbation im gleichen Jahr. Er war verheiratet mit Luise geb. Dinkelsbühler und hatte zwei Kinder.
Im Reichs-Medizinalkalender von 1931 wird er in der Liste der verstorbenen Ärzte geführt.

Es gibt einige kleinere sexualwissenschaftliche Publikationen von ihm:

Geburtenrückgang und männliche sexuelle Impotenz. Würzburg: Kabitzsch, 1914
Zur Behandlung der sexuellen Impotenz, in: Neurologisches Centralblatt 1914. Nr. 7
Die Wirkungen des Krieges auf das männliche Geschlechtsleben. München: Gmelin, 1919
Briefe an sexopathologische Männer. Briefe aus der Praxis Berlin: Marcus 1918

Lißmann hatte Verbindungen zur Nacktkultur. Sein Buch “Lerne richtig sonnenbaden! Die richtige Anwendungsform des Sonnenbades für Gesunde und Kranke” erlebte zwischen 1926 und 1930 drei Auflagen.
“In 1925, partly because of the great success of the film Wege zu Kraft und Schönheit (and partly because this film did not give an entirely satisfactory view of modern body culture), Die Schönheit began to finance motion picture productions with the Emelka Studio in Munich. In 1925, under the direction of Dr. Friedrich Möhl and with the advice of Dr. Paul Lissmann, leader of a Munich Nacktkultur society, Emelka released three films: Licht, Luft, Leben; Die Grazien Blüten der Körperkultur und Frauenschönheit; and Insel der Seligen, an adaptation of Wilhelm Heinse’s 1787 novel, Ardinghello, about a Mediterranean beauty utopia and then launched a series of “Körperkultur im Film” books.”
Toepfer, Karl Eric: Empire of Ecstasy: Nudity and Movement in German Body Culture, 1910-1935. University of California Press 1997