Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Erich Körner, Prof. Dr., Generalsekretär der ÖLfM

geb. 21.11.1922 (Leoben, Österreich) gest. 16.8.1985 (Wien, Österreich)

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Erich Körner, Foto aus: Das Menschenrecht, 1985. Unbekannter Fotograf.
Erich Körner wurde am 21. November 1922 als Sohn eines Postbeamten und dessen Frau im österreichischen Leoben (Steiermark) geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und des Bundesgymnasiums in seinem Heimatort leistete er ab 1941 Kriegsdienst und geriet in Kriegsgefangenschaft. Ab 1945 studierte er Jura an der Karl-Franzens-Universität in Graz und promovierte hier 1950 zum Dr. jur. Anschließend absolvierte er ein praktisches Gerichtsjahr in Graz und wurde zunächst Sekretär der Arbeiterkammer in Wien.

Von 1964 bis zu seinem Tod war Erich Körner Generalsekretär der Österreichischen Liga für Menschenrechte in Wien, ab 1985 auch deren Ehrenpräsident. Ab 1964 fungierte er zudem als Chefredakteur der Vierteljahreszeit der Organisation, Das Menschenrecht – offizielles Organ der Österreichischen Liga für Menschenrechte. Erich Körner war auch in etlichen anderen Organisationen und Redaktionen seiner Zeit ehrenamtlich tätig, so im Roten Kreuz, dem Verband sozialistischer Studenten und im Grazer Abwehr – Monatsblätter für demokratisches Österreichertum. Der Professorentitel wurde ihm 1973 verliehen. Erich Körner starb am 16. August 1985 in Wien.

In einem Nachruf schrieb dessen Weggefährte und Nachfolger als Generalsekretär der Österreichischen Liga für Menschenrechte Feliks J. Bister (geb. 1939), Körners Persönlichkeit habe aus einem radikalen Nonkonformismus gelebt. Körner sei kein „bequemer Bekannter und Freund“, aber ein „ruheloser Eiferer für die Sache der LIGA“ gewesen, der „als solcher mit seiner Umgebung notgedrungen in Konflikt geraten musste“. Da Körner selbst einen „oft zwanzigstündigen Arbeitstag“ hatte, konnte kaum jemand seinen Erwartungen entsprechen.

Bister zitierte Körner auch mit den Worten: „An gegebene Unzulänglichkeiten aber sollten wir uns nicht gewöhnen, sondern sie immer wieder offen aufzeigen. Damit beschmutzen wir keineswegs unser eigenes Nest, sondern helfen mit, es sauber zu machen! Ein aufrichtiges Bekenntnis zu den unteilbaren Menschenrechten muß aber denknotwendig ein ebensolches zu den sie erst ermöglichenden und sie sichernden Menschenpflichten einschließen.“

Veröffentlichungen

Körner, Erich (1952): Dringende Rechtsreformen, in: Das Menschenrecht. Offizielles Organ der Österreichischen Liga für Menschenrechte (Jg. 8), Nr. 11/12 (November/Dezember), S. 3-4.

Körner, Erich (1953): Dringende Rechtsreformen (Fortsetzung), in: Das Menschenrecht. Offizielles Organ der Österreichischen Liga für Menschenrechte (Jg. 9), Nr. 1/2 (Januar/Februar), S. 1-3.

Körner, Erich (1953): Die Situation in Österreich, in: Der Weg zu Freundschaft und Toleranz (Jg. 3), Nr. 3 (März), S. 23-26.

Körner, Erich (1953): Dringende Rechtsreformen in Oesterreich, in: Der Kreis (Jg. 21), Nr. 4 (April), S. 5-8.

Körner, Erich (1953): Die Strafbarkeit der homosexuellen Betätigung in Oesterreich, in: Der Kreis (Jg. 21), Nr. 5 (Mai), S. 2-3.

Körner, Erich (1953): Dringende Rechtsreform [Teil 1], in: Humanitas (Jg. 1), Nr. 1 (Juli), S. 4-5 [Nachdruck aus Das Menschenrecht, Januar 1953].

Körner, Erich (1953): Dringende Rechtsreform (Teil 2), in: Humanitas (Jg. 1), Nr. 2 (August), S. 6 [Nachdruck].

Weiterführende Literatur

fjb [d.i. Bister, Feliks J.) (1985): Abschied von einem Anwalt der Menschenrechte. Worte des Gedenkens, in: Das Menschenrecht. Offizielles Organ der Österreichischen Liga für Menschenrechte (Jg. 40), Nr. 3 (Folge 202), S. 2.

Treiblmayr, Christopher (2016): „… mit dem heutigen Begriffe der Menschenrechte unvereinbar.“ Zum Engagement der Österreichischen Liga für Menschenrechte für Homosexuelle, in: Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Nr. 55/56, S. 50-65.