Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Heinrich Koerber, San.-Rat Dr. med.

geb. 1.6.1861 (Breslau, heute Wrocław, Polen) gest. 2.8.1927 (Berlin)

Heinrich Koerber wurde 1913 als Mitglied des Obmännerkollegiums gewählt.

Zur Biografie

Heinrich Koerber wurde 1885 in seiner Heimatstadt Breslau promoviert und erhielt hier im Jahr darauf seine Approbation als Arzt. Er arbeitete zunächst als Landarzt in Schlesien, danach als Allgemeinmediziner in Breslau. Durch die Heirat mit Else geb. Zahn im Jahr 1902 war es ihm möglich, in Lichterfelde-Ost bei Berlin eine Villa zu kaufen, in der er auch praktizierte, bis er 1919 in die Meinekestr. 14 in Charlottenburg zog und seine Praxis in die Meinekestr. 7 verlegte. Das Ehepaar Koerber hatte vier Kinder.

Heinrich Koerber gehörte mit seinem Schulfreund Otto Juliusburger 1905 zu den Gründern des Deutschen Monistenbundes, und er war von 1907 bis 1910 dessen Vorsitzender. Koerber war Mitglied in Helene Stöckers Bund für Mutterschutz, und gemeinsam mit Otto Juliusburger, Karl Abraham, Iwan Bloch und Magnus Hirschfeld gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Berliner psychoanalytischen Vereinigung. Von 1913 bis zu seinem Tod war er auch in der Ärztlichen Gesellschaft für Sexualwissenschaft aktiv.

Schriften (Auswahl)

Koerber, Heinrich (1924): Die Psychoanalyse. Die Freudsche Lehre in ihrer Theorie und Anwendung gemeinverständlich dargestellt (Wege zum Wissen 12). Berlin: Ullstein

Weiterführende Literatur

Hermanns, Ludger M. (2009): Heinrich Koerber (1861–1927), in: Sigusch, Volkmar und Günter Grau (Hrsg.): Personenlexikon der Sexualforschung. Frankfurt/New York: Campus, S. 371-375

Müller-Braunschweig, Carl (1927): Dr. Heinrich Koerber [Nachruf], in: Internationale Zeitschrift für Psychoanalyse, 13 (4), S. 465-467