Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Cor Huisman, niederländischer Schriftsteller, Journalist

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Cor Huisman, 1960. Unbekannter Fotograf.
Die Lebensdaten von Cor Huisman haben sich noch nicht ermitteln lassen. Huisman war ein niederländischer Schriftsteller und Journalist, der in den 1960er Jahren mehrere Bücher über Nordafrika und einen Roman vorgelegt hat, dessen Handlung homoerotische Untertöne hat und auf Java vor sich geht. Offenbar lebte Cor Huisman in den 1950er Jahren in Paris, denn er wurde im Rahmen des Kongresses, den das International Committee for Sexual Equality (ICSE) 1955 veranstaltete, als „ICSE-Konsul in Frankreich“ vorgestellt. Er sei ein Experte auf den Gebieten Tourismus und Reisen.

In einem anderen, internen Dokument des ICSE, dem Protokoll der Kopenhagener Arbeitssitzung vom Herbst 1954, fällt der Name „Jacques Huisman“. Es scheint, dass Jacques und Cor Huisman ein und dieselbe Person waren. Auch der Protokollant gab sich mit den Initialen „J. H.“ zu erkennen, und heute kann nicht entschieden werden, ob „Jacques“ ein Pseudonym oder ein zweiter Vorname von Cor Huisman war. Ende 1954 fungierte Jacques Huisman dann auch als stellvertretender Sekretär („assistent-secr.“) des ICSE. Nach Julian Jackson löste er wohl in dieser Funktion A. Oskamp ab.

Cor Huisman war bereits 1947 Redakteur der niederländischen „Homophilenzeitschrift“ Levensrecht („Lebensrecht“) geworden, wobei er sich des Pseudonyms „Herman Haegen“ bediente, und er wirkte später auch über viele Jahre als Redakteur an der Mitgliederzeitschrift des „Cultuur- en Ontspanningscentrum“ (COC, dt. „Kultur- und Freizeitzentrum“, 1946–1966), Vriendschap („Freundschaft“), mit. Um diese Zeit war er auch als Journalist in Den Haag tätig.

Offenbar zog sich Huisman um 1953 von seinem Redakteursposten beim COC zurück. Wenig später dürfte er dann in die französische Hauptstadt gezogen sein.

Weiterführende Literatur

[Anonym] (1954): Tagesordnung der Sitzung des Internationalen Komitees für Sexuelle Gleichberechtigung, zusammentretend den 23., 24. und 25. Oktober 1954 in Kopenhagen, online hier.

[Anonym] (1955): Program of the Fourth International Congress for Sexual Equality, in: Periodical Newsletter. Nr. 7 (Oktober 1955), S. 1-3, hier S. 2.

Huisman, Cor (1964): De legende von Magelang. Rotterdam: Enclave.

Jackson, Julian T. (2009): Living in Arcadia. Homosexuality, Politics, and Morality in France from the Liberation to AIDS. Chicago/London: University of Chicago Press, S. 81 und 269.

ICSE-Sekretariat (1954): Protokoll der Arbeitssitzung des I.C.S.E., (Internationales Komitee für Sexuelle Gleichberechtigung), den 23., 24. und 25. Okt. 1954 in Kopenhagen, S. 1-19, hier S. 10 [unterzeichnet „J. H.“].

Warmerdam, Hans und Pieter Koenders (1987): Cultuur en Ontspanning. Het COC 1946–1966. Utrecht: Interfacultaire Werkgroep Homostudies, hier u.a. S. 74, 211 und 379.