Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Hagen Hartmann, Dr. med., Arzt aus Nürnberg

Zur Biografie

Bislang hat sich nicht ermitteln lassen, wer sich hinter dem Pseudonym „Hagen Hartmann“ verbarg – und offenbar bediente sich der Autor in Humanitas nicht nur dieses einen Pseudonyms, sondern nannte sich bei anderen Veröffentlichungen auch „Werner Bäumer“. Als „Hagen Hartmann“ gab er an, ausgebildeter Arzt zu sein und in Nürnberg zu leben. Auch im Schweizer Kreis veröffentlichte er mit der zusätzlichen Angaben „Dr. med.“. Ein Arzt dieses Namens hat sich in der historischen Einwohnermeldekartei der Stadt Nürnberg aber bislang nicht ermitteln lassen.

Möglicherweise bringt aber ein redaktioneller Fehler in der Schweizer „Homophilenzeitschrift“ Der Kreis noch auf die Spur des Autors. Denn ein Artikel, den dieser als „Werner Bäumer“ in Humanitas veröffentlichte, erschien zeitgleich auch unter dem Pseudonym „Hagen Hartmann“ im Kreis, hier allerdings mit dem wohl unbeabsichtigten Zusatz, bei dem Autor handele es sich eigentlich um „Dr. W. M.“ aus Nürnberg. Nach dem Nürnberger Adressbuch gab es 1954 drei Ärzte in der Stadt, auf die die Initialen „W. M.“ zutreffen, zwei Allgemeinärzte und einen Augenarzt.

„Hagen Hartmann“ nahm am 4. und 5. Dezember 1954 neben Erwin Haarmann (1915–1972), Botho Laserstein (1901–1855) und „Bob Angelo“ (d.i. Niek Engelschman, 1913–1988) aus Amsterdam ebenfalls an einer „Verwaltungsratssitzung und Arbeitstagung“ der Hamburger Gesellschaft für Menschenrechte (GfM) in Frankfurt am Main teil.

Veröffentlichungen

Bäumer, Werner [d.i. Hartmann, Hagen] (1954): Wissenschaft, Populärwissenschaft, Pseudowissenschaft, in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 10 (Oktober), S. 306-308.

Bäumer, Werner [d.i. Hartmann, Hagen] (1954): Schönheit und Unsterblichkeit, in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 12 (Dezember), S. 361-362.

Bäumer, Werner [d.i. Hartmann, Hagen] (1955): Die Schweiz und die Fremdenlegion, in: Humanitas (Jg. 3), Nr. 1 (Januar), S. 387-390.

Hartmann, Hagen (1954): Irritierbare Erotik, in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 2 (Februar), S. 45-47.

Hartmann, Hagen (1954): Die Jungen – wo sollen sie beginnen?, in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 8 (August), S. 245-247.

Hartmann, Hagen (1954): Jugendliche Homoeroten in der ärztlichen Sprechstunde, in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 9 (September), S. 286-289.

Hartmann, Hagen (1954): Strichjungen – psychologisch betrachtet, in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 11 (November), S. 336-340.

Hartmann, Hagen (1954): Schönheit und Unsterblichkeit, in: Der Kreis (Jg. 22), Nr. 12 (Dezember), S. 10-11. [Hier mit dem redaktionellen Zusatz, bei dem Autor des Artikels handele es sich eigentlich um „Dr. W. M.“ aus Nürnberg.]

Hartmann, Hagen (1955): Wo steht die moderne Sexualforschung?, in: Der Kreis (Jg. 23), Nr. 7 (Juli), S. 2-3.

Hartmann, Hagen (1956): Erotische Tendenzen der Mode, in: Der Kreis (Jg. 24), Nr. 1 (Januar), S. 13-14.

Hartmann, Hagen (1963): Bild des Freundes [Gedicht], in: Der Kreis (Jg. 31), Nr. 11, [S. 18].

Weiterführende Literatur

Wolfert, Raimund (2025): Erwin Haarmann (1915–1972). Annäherungen an einen „kämpferischen Typ“, den man zur Strecke bringen wollte. In: Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Nr. 75/76, S. 78-103.