Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Rudolf Harter jun., Mühlenbesitzer

geb. 11.3.1873 (Graz, Österreich) gest. 21.5.1914 (Graz, Österreich)

Dr. Rudolf Harter wurde im Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen 1914 als verstorben gemeldet, das Datum seiner Wahl zum Obmann des WhK ist nicht belegt.

Zur Biografie

Dr. Rudolf Harter war Jurist und ein Sohn des Grazer Müllermeisters Rudolf Harter, der am 20. Dezember 1908 verstarb. Rudolf Harter (Vater) war von 1879 bis 1892 Gemeinderat in Graz sowie Mitgründer und Hauptmann der städtischen Freiwilligen Feuerwehr gewesen. Noch heute erinnert in Graz ein Gedenkstein an ihn. Dr. Rudolf Harter (Sohn) hatte einen Bruder und zwei Schwestern.

Wann und wo Dr. Rudolf Harter seinen Doktortitel abgelegt hat, ist nicht bekannt. In den Grazer Adressbüchern war er ab 1904 mit einem eigenen Eintrag vertreten. Demnach war er als „Disponent” tätig. Nach dem Tod seines Vaters wurde er neben seinem Bruder, dem Ingenieur Ernst Harter, Mitbesitzer der Schwitzermühle (Körösistraße 17).

Rudolf Harter galt als sehr vermögend. Zeitungsberichten zufolge soll er längere Zeit „gemütskrank” gewesen sein und an Depressionen gelitten haben. Rudolf Harter nahm sich 1914 im Alter von 41 Jahren das Leben. Noch am selben Abend hatte er zusammen mit seiner Mutter in Graz eine Theatervorstellung besucht. Er sei da schon ganz wortkarg und wie geistesabwesend gewesen.

In seinem Testament setzte Dr. Rudolf Harter seine beiden Schwestern als Universalerbinnen ein. In einer letztwilligen Verfügung bestimmte er aber auch, dass der Vorstand des Berliner WhK mit einem größeren Geldbetrag bedacht wurde. Dieser Betrag sollte für die Zwecke des WhK aufgebracht werden. Ein weiteres Legat vermachte Harter dem Wiener Obmann des WhK Rudolf Vieröckl jun. Aus einer Erklärung der beiden Schwestern Rudolf Harters aus dem Jahr 1915 geht hervor, dass sämtliche Legate erfüllt wurden.