Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Louise Dumont, Schauspielerin, Theaterleiterin

geb. 22.2.1862 (Köln) gest. 16.5.1932 (Düsseldorf)

Zur Biografie

vergrößern
Ob sich Magnus Hirschfeld und Louise Dumont je persönlich begegnet sind, ist nicht belegt. Louise Dumont wurde am 22. Februar 1862 als zweites Kind des Kölner Kaufmanns Christian Joseph Hubert Heynen und dessen Ehefrau Maria Elisabeth geb. Dumont geboren. Nach dem Besuch der höheren Töchterschule arbeitete sie zunächst als Näherin und Verkäuferin. Nachdem sie aber 1882 am Berliner Residenztheater vorgesprochen hatte, erhielt sie dort eine Rolle als Schauspielerin. Den Namen Dumont wählte sie, nachdem sie mit ihrem Vater in Streit geraten war, der von ihrer Schauspielerei nichts wissen wollte. Sechs Jahre später, 1888, erhielt Louise Dumont ihr erstes Engagement am Königlichen Hoftheater in Stuttgart. Von Stuttgart wechselte sie jedoch schon 1898 erneut nach Berlin, wo sie am Deutschen Theater ihre größten Erfolge feiern konnte – insbesondere als Darstellerin der zentralen Frauengestalten in den Stücken des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen, etwa als Hedda Gabler.

Louise Dumont lernte 1903 Gustav Lindemann (1872–1960) kennen, und im folgenden Jahr gründeten die zwei das Schauspielhaus Düsseldorf, dem eine eigene Theaterakademie angegliedert war. Die Schule von Louise Dumont und Gustav Lindemann sollte durch so berühmte Absolventen wie Gustaf Gründgens (1899–1963) und Wolfgang Langhoff (1901–1966) nachhaltigen Einfluss auf das deutsche Theaterleben im Zwanzigsten Jahrhundert ausüben.

Nach der Einführung des allgemeinen Wahlrechts auch für Frauen in Deutschland gehörte Louise Dumont neben ihren Künstlerkolleginnen Gertrud Eysoldt und Käthe Kollwitz, den Schriftstellerinnen Lou Andreas-Salomé und Grete Meisel-Heß sowie den beiden Frauenrechtlerinnen und Publizistinnen Adele Schreiber und Helene Stöcker zu den sieben erstunterzeichnenden Frauen der Petition des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK) gegen den § 175 RStGB, der mann-männliche Sexualkontakte mit Strafe belegte.

Louise Dumont starb am 16. Mai 1932 in Düsseldorf an den Folgen einer Lungenentzündung. Die Deutsche Bundespost brachte 1976 in ihrer Serie „Berühmte Frauen” eine Briefmarke mit dem Motiv Louise Dumont als Hedda Gabler heraus.

Weiterführende Literatur (Auswahl)

Dahlmann, Christof (o.J.): Louise Dumont, auf Portal Rheinische Geschichte.

Kahnt, Antje (2016): Düsseldorfs starke Frauen – 30 Portraits. Düsseldorf: Droste, S. 79-84.

Lie­se, Wolf (1971): Loui­se Du­mont. Ein Le­ben für das Thea­ter. Ham­burg/Düs­sel­dorf: Marion von Schröder Verlag.

Quellen

Hirschfeld, Magnus (1921): Aus der Bewegung, in: Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen (Jg. 20), S. 107-142, hier S. 114-115.