Felix Buse, Dr. jur., Amtsgerichtsrat
Zur Biografie
Zum Lebensweg von Dr. Felix Buse haben sich bislang nur wenige Angaben ermitteln lassen. Buse wurde am 2. Mai 1901 in Montabaur (Westerwald) geboren. 1926 legte er an der Universität in Frankfurt/Main seine rechtswissenschaftliche Dissertation unter dem Titel „Das literarische und musikalische Urheberrecht nach geltendem Rechte und seine Stellung zum Rundfunk“ vor. Vermutlich war Buse nicht homosexuell. Er war zweimal verheiratet, ab 1929 mit Elisabeth Wilhelmine Gorka (1901–1964) und ab 1966 mit Irmgard Hellwig (geb. 1909).
Anfang 1945 zog Elisabeth Wilhelmine Buse zusammen mit ihrer Tochter Dorris von Gelsenkirchen nach Winz-Niederbonsfeld, einem Stadtteil von Hattingen in Westfalen. Ihr Mann Felix Buse befand sich da in englischer Kriegsgefangenschaft, aus der er im September 1945 entlassen wurde. Im Sommer 1947 ließ sich die Familie in Hattingen, Grünstraße 36, nieder. Zwanzig Jahre später zog Felix Buse, nunmehr zusammen mit seiner zweiten Frau, nach Simmerberg-Siebers im bayerisch-schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee).
In der frühen Nachkriegszeit war Felix Buse neben Botho Laserstein (1901–1955) Mitglied der Hamburger Gesellschaft für Menschenrechte (GfM). In Humanitas veröffentlichte er vier Beiträge, von denen jedoch zwei nachweislich Nachdrucke aus juristischen Fachzeitschriften waren.
Felix Buse starb am 23. Juli 1997 in Lindenberg im Allgäu, vermutlich im dortigen Krankenhaus.
Veröffentlichungen
Buse, Felix (1926): Das literarische und musikalische Urheberrecht nach geltendem Rechte und seine Stellung zum Rundfunk (207 S.). Frankfurt, Rechtswissenschaftliche Dissertation vom 28.7.1926.
Buse, Felix (1951): Das geltende Strafrecht im Lichte der Gegenwart, in: Juristische Rundschau (Jg. 5), Nr. 11, S. 339-340; Nr. 16, S. 498-500; Nr. 17, S. 525-526, und Nr. 18, S. 555-556.
Buse, [Felix] (1953): Ist der Paragraph 175 StGB noch anwendbar?, in: Humanitas (Jg. 1), Nr. 6 (Dezember), S. 3-4.
Buse, F[elix] (1954): Wider den Geist der Verneinung und des Zwanges, in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 1 (Januar), S. 3-5.
Buse, F[elix] (1954): Gleichberechtigung und Homosexualität [Nachdruck aus Neue juristische Wochenschrift Nr. 51-52, Dez. 1953], in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 2 (Februar), S. 41-44.
Buse, F[elix] (1954): Vom Wesen und Wert der Strafe [Nachdruck aus Juristische Wochenschau], in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 9 (September), S. 274-276.
Weiterführende Literatur
Ahland, Frank (Hrsg.) (2016): Zwischen Verfolgung und Selbstbehauptung. Schwul-lesbische Lebenswelten an Ruhr und Emscher im 20. Jahrhundert. Berlin: Vergangenheitsverlag.
Arias Viebahn, Anna und Pablo Arias Meneses (2024): Verfolgung und Emanzipation von LSBTQ+ Menschen in Hagen. Ein langer und leidvoller Weg. In: Hagener Heimatbund e.V. (Hg.): HagenBuch 2025. Impulse zur Stadt, Heimat- und Kunstgeschichte. Redaktionelle Leitung: Michael Eckhoff. Hagen i. W.: ardenkuverlag, S. 225-246.
Dt. (1953): Im Namen des Rechtes! In: Humanitas. Monatsschrift für Menschlichkeit und Kultur (Jg. 1), Nr. 3 (September), S. 2-3.
Gyburc-Hall, Larion (1954): Recht und Gerechtigkeit, in: Der Weg zu Freundschaft und Toleranz (Jg. 4), Nr. 3 (März), S. 94-96.
Nies, Stefan und Wolfgang D. Berude (2020): Come out, Essen! 100 Jahre lesbisch-schwule Emanzipation. Herausgegeben von der Aidshilfe Essen und der Stiftung Ruhr Museum, Essen. Essen: Selbstverlag.
Pery (1953): § 175 nicht mehr strafbar, Sensationelles Urteil in Hattingen (Ruhr) / Salomo braucht nicht zu sterben, in: Der Weg zu Freundschaft und Toleranz (Jg. 3), Nr. 8 (August), S. 28.
