Wolfgang Benndorf, Dr. phil., Bibliothekar
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Von 1926 bis 1934 war Benndorf zunächst an der Studienbibliothek in Klagenfurt tätig, anschließend an der Universitätsbibliothek in Graz. Als bekennender Gegner des Nationalsozialismus wurde er nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938 entlassen. Zudem wurde ihm jede öffentliche schriftliche Äußerung verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er als Direktor an die Universitätsbibliothek in Graz zurück und behielt diese Funktion bis zu seiner Pensionierung 1953 bei.
Wolfgang Benndorf veröffentlichte unter dem Pseudonym „Peter Welf“ Gedichte und Übersetzungen. Als Kritiker der österreichischen Sexualjustiz trat er in den 1950er Jahren unter seinem Klarnamen in unterschiedlichen Foren in Erscheinung.
Offenbar war Wolfgang Benndorf kein Autor, der explizit für Humanitas schrieb. Unbekannt ist, ob die Redaktion in Kontakt mit ihm stand und ihn um Erlaubnis für den Wiederabdruck seiner Beiträge gebeten hatte.
Veröffentlichungen
Benndorf, Wolfgang (1954): Tausendundeine Sittlichkeitsaffäre (Blick über die Grenze: Österreich), in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 1 (Januar), S. 24-27 [siehe auch den etwas früheren Abdruck in Die Gefährten (Jg. 2), November, S. 16-20].
Benndorf, Wolfgang (1954): Österreichische Tragödie [Nachdruck aus Neue Zeit vom 20.12.1953], in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 2 (Februar), S. 69 [siehe auch den etwas früheren Wiederabdruck in Der Kreis 1954 (Jg. 22), Nr. 1, S. 8 und die etwa zeitgleiche Verwendung in Die Gefährten (Jg. 3), Januar/Februar, S. 6-7].
Benndorf, Wolfgang (1954): Karl Kraus und Mürzzuschlag, in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 7 (Juli), S. 215-219 [siehe auch den etwa zeitgleichen Abdruck in Die Gefährten (Jg. 3), Juni/Juli, S. 22-27.
Benndorf, Wolfgang (1956): Unvernunft und Unheil im Sexualstrafrecht. § 129 öStG (§ 175 dStGB) im Lichte der Tatsachen. Wien: Sensen-Verlag (43 Seiten).
Weiterführende Literatur
H., W. (1957): Auf dem Wege zum neuen österreichischen Strafgesetz, in: Der Kreis (Jg. 25), Nr. 7 (Juli), S. 7.
Rolf [d.i. Meier, Karl] (1959): Ein Vorkämpfer in Österreich starb zu früh, in: Der Kreis (Jg. 27), Nr. 5 (Mai), S. 9.
Treiblmayr, Christopher (2016): „… mit dem heutigen Begriffe der Menschenrechte unvereinbar.“ Zum Engagement der Österreichischen Liga für Menschenrechte für Homosexuelle, in: Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Nr. 55/56. S. 50-65.
Tschadek, [Otto] (1954): [Über Justiz]. Auszug aus der offiziellen „Parlamentskorrespondenz“: Sitzung des Finanz- und Budgetausschusses vom 11. November 1953 (Österreich, Nationalrat), in: Humanitas (Jg. 2), Nr. 1 (Januar), S. 30.
Wüstinger, Alice (2023): Fürsprecher der Homophilen, in: Brunner, Andreas, Sebastian Felten und Hannes Sulzenbacher (Hrsg.): Queer Vienna. Einblicke in ein Bewegungsarchiv (Æther, 8), Zürich: intercom Verlag, online hier.
