Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Toni Ebel 1881–1961 – Malerin, eine Spurensuche

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Toni Ebel, Selbstbildnis (1955). Copyright: Museum Utopie und Alltag, Beeskow. Foto: Thomas Kläber

Die Ausstellung Toni Ebel 1881–1961 – Malerin, eine Spurensuche, veranstaltet von der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit dem Sonntags-Club e.V., präsentiert künstlerische Werke Ebels in fotografischen Reproduktionen.

Toni Ebel genoss in den 1950er Jahren einen gewissen Bekanntheitsgrad. Nach ihrem Tod wurde es still um sie, bis ihr Name 2001 in Gesprächen mit einer Zeitzeugin auftauchte und Recherchen zu ihrem Leben und Werk anstieß. Für die Ausstellung konnten knapp zwanzig Werke zusammengetragen werden, die zum Teil in Form von zeitgenössischen Schwarz-Weiß-Fotografien vorliegen, weil die Originale verschollen sind.

Neben der Werkpräsentation geht die Ausstellung auch auf Aspekte von Ebels Lebensweg ein: Als eine der ersten bislang bekannten trans* Frauen der Welt ging Toni Ebel mutig und selbstbewusst ihren eigenen Weg: Sie unterzog sich um 1930 in Berlin geschlechtsangleichenden Operationen, überlebte die Naziherrschaft im tschechoslowakischen Exil und gelangte nach 1949 durch ihre Kunst in der frühen DDR zu Ruhm und Ehren.

Anders als andere Ausstellungen will und kann die Spurensuche zu Toni Ebel keine thematisch, biografisch oder künstlerisch geschlossene Annäherung an Ebels Leben und Werk abbilden, sondern lediglich ein Auftakt sein. Die noch immer bruchstückhafte Materiallage macht dies notwendig. Die collagenhaft angeordneten Exponate sollen verdeutlichen, dass wir noch immer an einem Anfang stehen, was unser Wissen um Leben und Werk Toni Ebels sowie die frühe trans* Geschichte überhaupt angeht.