Ein Abend zu Eva Siewert


Das Buch Damals wurde uns klar, dass Bleiben Lebensgefahr bedeutete von Raimund Wolfert, Oranna Dimmig und Claudia Schoppmann, das in diesem Frühjahr im Berliner Lukas Verlag erschien, dokumentiert die Liebesbeziehung zwischen der Journalistin Eva Siewert (1907–1994) und der Büroangestellten Alice Carlé (1902–1943), die sich 1938 in Berlin kennenlernten. Im März 1943 tauchte die als Jüdin verfolgte Alice Carlé in Berlin unter. Zu dieser Zeit musste Eva Siewert, die als „Halbjüdin“ stigmatisiert wurde, eine Haftstrafe nach dem „Heimtückegesetz“ im Frauengefängnis Barnimstraße verbüßen. Oranna Dimmig, Sigrid Grajek und Raimund Wolfert stellen das Buch in der Neuköllner Programmkneipe Bajszel vor.
Zum Buch
Alice Carlé musste ihre Briefe an ihre Lebensgefährtin im Gefängnis verschlüsseln und mit einem männlichen Namen unterschreiben, damit die Nachrichten die Gefängniszensur umgehen konnten. Sie wurden in Damals wurde uns klar, dass Bleiben Lebensgefahr bedeutete erstmals veröffentlicht. Eva Siewert hat den Verlust ihrer Partnerin, die in Auschwitz ermordet wurde, in der frühen Nachkriegszeit in literarischen Texten verarbeitet, wobei auch sie die Beziehung oft in eine heterosexuelle umdichten musste. Ergänzt werden die Erzählungen durch bisher unbekannte Gedichte und etliche grafische Arbeiten aus Siewerts Nachlass. Erläuternde Beiträge zeichnen die Lebenswege von Alice Carlé und Eva Siewert nach.
Passend zur Lesung im Bajszel gibt es einen Büchertisch der Schöneberger FrauenLesbenBuchhandlung.
