The International Journal of Sexology


Von 1947 bis 1955 erschien im indischen Bombay (heute: Mumbai) eine wissenschaftliche Vierteljahreszeitschrift, die insbesondere in der deutschsprachigen Forschung zur Geschichte der Sexualitäten nach wie vor ein Schattendasein führt. Zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelang es dem indischen Sexologen Alliyapan Padmanabhan Pillay, seine Zeitschrift Marriage Hygiene wiederzubeleben, die zunächst zwischen 1934 und 1937 erschienen war. Das neu aufgelegte Periodikum nannte er bald in The International Journal of Sexology um, und um es scharte er eine illustre Runde von Autoren und Autorinnen weltweit, unter ihnen Harry Benjamin, Ewald Bohm, Eustace Chesser, Anne-Marie Durand-Wever, Hans Giese und Norman Haire, um nur einige zu nennen.
Nach Sanjam Ahluwalia, Professorin im Studiengang Frauen- und Geschlechterforschung und im Fachbereich Geschichte an der Northern Arizona University in Flagstaff (USA), werden Pillay und sein Beitrag zur Sexualwissenschaft insbesondere von euro-amerikanischen Forschern und Forscherinnen nach wie vor marginalisiert. Dabei schuf Pillay mit seiner Zeitschrift in der frühen Nachkriegszeit eine einzigartige Plattform für die Initiierung von Forschung und den Dialog über Sex, Lust, Gesundheit und Fortpflanzung über nationale Grenzen hinweg. Die Beschäftigung mit The International Journal of Sexology stellt nicht zuletzt die Konstruktion kolonialisierter Räume wie Bombay bzw. Mumbai als vermeintliche „Orte des Nicht-Denkens“, die außerhalb der im Zwanzigsten Jahrhundert etablierten Macht- und Wissensregime lagen, in Frage, und wir versprechen uns von ihr neue Erkenntnisse über die personellen wie intellektuellen Kontinuitäten und Brüche zwischen der Sexualreformbewegung von vor 1933 und den neu aufkommenden Diskussionen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Wie es zu dem Projekt kam
Als es uns vor einigen Wochen gelang, die zwei letzten Jahrgänge vom International Journal of Sexology antiquarisch zu erwerben, ließen wir uns davon inspirieren, ein Namensverzeichnis zur Zeitschrift zu erstellen. Hierzu wandten wir uns an die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek in Saarbrücken, die derzeit als einzige wissenschaftliche Institution in Deutschland sämtliche Ausgaben der Zeitschrift inkl. seines Vorgängerprojekts Marriage Hygiene (second series) von 1947 bis 1955 in ihren Beständen führt. Nach den Scans der Titelseiten, die gleichzeitig auch als Inhaltsangaben der Zeitschriften dienten, haben wir ein Verzeichnis angefertigt, das indes noch vorläufig genannt werden muss. So konnten wir bei vielen kürzeren Beiträgen die Autoren und Autorinnen nicht nennen, da ihre Namen auf den Titelseiten nicht explizit aufgeführt sind. So gesehen ist unser Namensverzeichnis ausbaufähig.
Gleichwohl denken wir, dass wir einen Anfang geschaffen haben, um der Zeitschrift von Alliyapan Padmanabhan Pillay mehr Aufmerksamkeit im wissenschaftlichen Diskurs zukommen zu lassen. Sobald uns weitere Originalhefte vom International Journal of Sexology vorliegen, vervollständigen wir die gemachten Angaben.
Bislang beziehen sich die bibliographischen Angaben nicht auf einen Gesamtartikel, sondern in den meisten Fällen nur auf dessen erste Seite. Lediglich in den Fällen, in denen uns ein Heft in Gänze vorlag, so etwa die Ausgaben der Jahrgänge 7 und 8 (1953–1955) konnten wir Angaben zur ersten wie zur letzten Seite eines Beitrags aufnehmen. Im Falle von Rezensionen haben wir nicht nur den Namen des Rezensenten bzw. der Rezensentin, sondern auch den Namen des Autoren bzw. der Autorin des besprochenen Buches berücksichtigt. So erklärt sich, dass in unserer Übersicht auch Namen wie die von Johann Wolfgang von Goethe, William Shakespeare und Oscar Wilde auftauchen. In Fällen von Nachrufen haben wir auch die Namen der Verstorbenen verzeichnet.
Die Titel der Beiträge sind in der Regel über das beigefügte PDF sämtlicher Titelseiten von Marriage Hygiene und The International Journal of Sexology zu erschließen. Ein gewünschter Beitrag selbst lässt sich dann in Kopie bestimmt über die Fernleihe einer wissenschaftlichen Bibliothek in Ihrer Nähe bestellen. Sollten uns Fehler bei der Nennung von Autor*innen, Zeitschriftenausgaben und Seitenzahlen unterlaufen sein, bitten wir um Entschuldigung – und würden uns gleichzeitig um eine entsprechende Nachricht freuen, damit wir diese Fehler korrigieren können.
Danksagung
Das Namensverzeichnis und die Übersicht mit den Titelseiten der Zeitschrift The International Journal of Sexology inkl. Marriage Hygiene (second series) hätten wir nicht ohne die tatkräftige Unterstützung von Janina Zawadzki und ihrem Team in der Abteilung Kommunikation und Marketing der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek in Saarbrücken erstellen können.
Wir danken Frau Zawadzki und ihren Mitarbeiter*innen herzlich dafür, dass sie diese Dokumentation ermöglicht haben!
Ein Dokumentationsprojekt der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft
Berlin, September 2025; letzter Stand: 16. September 2025
Beteiligte Mitarbeiter_innen: Raimund Wolfert
