Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

digiS Projektförderung

Foto: Porträt von Adam Kl., abgedruckt in Magnus Hirschfeld & Max Tilke. 1912. Der erotische Verkleidungstrieb (Die Transvestiten). Berlin: Tafel XXXIl.vergrößern

Seit Anfang dieses Jahres haben wir die Möglichkeit, einen Teil der Fotosammlung des ehemaligen Instituts für Sexualwissenschaft digital zu erschließen und öffentlich zugänglich zu machen. Dies können wir dank des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin und der Unterstützung durch digiS realisieren. Auch wenn der allergrößte Teil der fotografischen Sammlung durch die Ereignisse zwischen dem 6. und 10. Mai 1933 – die Plünderung des Instituts in Berlin und die anschließende Bücherverbrennung auf dem Opernplatz – vernichtet wurde, lassen sich Fragmente der Sammlung rekonstruieren.

Denn einige der Fotos aus dem Bestand des Instituts wurden in zeitgenössischen Publikationen abgedruckt. Die Erschließung der Sammlung über den Umweg publizierter Fotos gewährt einen Blick in Dokumente und Diskurse, die bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch „queere“ Identitäten und Lebensentwürfe verhandelten. Und sie zeigt die Ambivalenzen, die mit einer emanzipatorischen Sexualwissenschaft einhergingen, etwa dort, wo Bildinszenierungen nicht unproblematisch sind und Kontextualisierungen sowie einen sensiblen Umgang mit den Motiven notwendig machen.

Mit der digitalen Bereitstellung des rekonstruierten Teils der Sammlung lassen sich Medizin- und Sexualgeschichte sowie „queere“ Geschichten – zumindest ansatzweise – erzählen. Das Förderungsprojekt erlaubt es uns, bis Ende des Jahres über 500 Fotografien digital zu erfassen und über museum-digital in den kommenden Monaten bereitzustellen. Die ersten veröffentlichten Objekte finden sich unter https://berlin.museum-digital.de/collection/1098

Foto: Porträt von Adam Kl., abgedruckt in Magnus Hirschfeld & Max Tilke. 1912. Der erotische Verkleidungstrieb (Die Transvestiten). Berlin: Tafel XXXIl.