Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Das malthusische Erbe

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Die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte von Malthus’ Bevölkerungsgesetz charakterisiert eine zweihundertjährige Veflechtung von Theorienbildung und politischer Strategie.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden in der Auseinandersetzung mit Malthus’ Werk vor dem Hintergrund des Massenelends eine Vielzahl von Bevölkerungstheorien. Unter diesen verband der Neomalthusianismus die Bevölkerungs- mit der Sozialen und Frauenfrage und revolutionierte die Sexualethik. Gegenüber der Ökonomie beanspruchten Eugeniker die Biologie als Leitwissenschaft im `Denken über die Bevölkerung’. Unter Verlust seines radikalen Emanzipationsanspruches ging der fortschrittsoptimistische Neomalthusianismus eine Synthese mit der Eugenik ein. Das bestimmte am Anfang unseres Jahrhunderts die deutsche radikalfeministische Debatte über reproduktive Rechte und Gesundheit.

Veröffentlichungen

  • Ursula Ferdinand: Das Malthusische Erbe. Entwicklungsstränge der Bevölkerungstheorie im 19. Jahrhundert und deren Einfluß auf die radikale Frauenbewegung in Deutschland
    Münster: LIT (Geschlecht - Sexualität - Gesellschaft. Berliner Schriften zur Sexualwissenschaft und Sexualpolitik 2) 1999