Institut für Sexualwissenschaft (1919-1933)eine Online-Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft

Hirschfelds Gästebuch im Exil

Hirschfelds Gästebuch vermerkt Einträge von 214 Personen. Viele Exilanten aus Deutschland sind darunter, Besucher aus Frankreich, England, Holland, Schweiz, Tschechei, Rumänien, Italien, USA, Sowjetunion, Jerusalem und Japan.

Neben den Namen und Fotos vieler bekannter Ärzte und Universitätsprofessoren finden sich in Hirschfelds Gästebuch vor allem Kunstschaffende:

Expressionistische Künstler, wie Iwan und Claire Goll, Marc und Bella Chagall, Paul Valery, der tschechische Schriftsteller Karel Capek, der jiddische Literat Schalom Asch, der englische Poet Salomon Squire, der ehemalige künstlerische Leiter der Deutschen Theaters in Berlin und Bühnenbildner von Max Reinhardt, Fritz Stern, der Arzt und Schriftsteller Alfred Döblin u.v.a. beehren Hirschfeld mit ihrem Besuch.

Auszüge:

“Ich bin sehr glücklich, hierher kommen zu können wie ich in Berlin zum Sanitätsrat kam- und dieselbe Aktivität und denselben Geist hier zu finden wie in Berlin!”
Paris, am 11. Mai 1934 Rudolf Leonhard

“Je plie, et ne romps pas…” (Ich beuge mich, aber ich breche nicht.) Alfred Kantorowicz 2 3 , Deutsche Freiheitsbibliothek, auf gute Zusammenarbeit gegen den Nationalsozialismus und gegen die Barbarei
Paris, 19. Juni 34

“Die Männer des heutigen Deutschlands: Subjekte, die sich aus dem Archiv des sexualwissenschaftlichen Instituts in eine Regierung verirrt haben.”
Dem zuständigen Arzt Professor M.H. in Verehrung Walter Mehring. Paris-August 1934

“Wer hätte wohl in Preußen oder Bayern
Geträumt von einem Baum mit Kerzenschein,
Vor dem wir einst in Nizza Weihnacht feiern?
Wir wollen unserm Führer dankbar sein!”
Magnus Hirschfeld zur Erinnerung an den 24. Dezember 1934, als er bei uns unterm Tannenbaum saß und Stille Nacht sang.
Walter Hasenclever, Edith Schäfer