Institut für Sexualwissenschaft (1919-1933)eine Online-Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft

Geschlechtskrankheiten

Eine der wichtigsten praktischen Aufgaben des Instituts ist die Diagnose und Behandlung von Geschlechtskrankheiten. Die Dermatologen Wertheim und Bessunger und später (1924 bis 1933) Schapiro beraten und behandeln Geschlechtskranke in der Abteilung für körperliche Sexualleiden am Institut.

“Blutuntersuchungen… wurden in großer Zahl vorgenommen; im ganzen fanden in der Geschlechtskranken-Abteilung im Berichtsjahr über 5000 Beratungen und Behandlungen an über 700 Männern und Frauen statt.” (Hirschfeld 1920)

Außerdem wird über Verhütungsmöglichkeiten der Ansteckung an Frageabenden im Institut und in populär geschriebenen Kolumnen in Zeitschriften aufgeklärt. Ludwig Levy-Lenz schreibt über Syphilis und Tripper in dem Magazin “Die Ehe”.

In der Broschüre “Die Verstaatlichung des Gesundheitswesens” (1919) legt Hirschfeld seine weitreichenden Forderungen zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten dar: die Einrichtung unentgeltlicher Untersuchungs- und Behandlungsstellen, die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten durch Aufklärung, die Bekanntgabe von Mitteln zur Verhütung von Ansteckungen sowie die Bekämpfung der Prostitution.