Institut für Sexualwissenschaft (1919-1933)eine Online-Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft

Gutachter

Porträt Felix Abrahamvergrößern
Porträt Felix Abraham (Perversions Sexuelles, Paris 1931)

Dr. med. Felix Abraham

Arzt, Sexualforensiker (Gerichtsgutachter)

Ein Jahr nach seiner Promotion nimmt Abraham 1928 seine Arbeit als Assistenzarzt auf. Von 1929 bis 1933 ist er “Leiter der sexualforensischen Abteilung” und beteiligt sich an den sexualwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen. Abraham ist Ansprechpartner für Transvestiten. Von ihm stammen erste Berichte über operative Genitalumwandlungen. Sein Spezialinteresse richtet sich auf “Sexualdelikte” (Infantilismus, Exhibitionismus und Flagellantismus)

1935 praktiziert er noch in Berlin, dann verlieren sich seine Spuren…

Porträt Berndt Götzvergrößern
Porträt Berndt Götz (Kaiser: Liebeslehre. Berlin 1928, S. XVI)

Dr. med. Bernd Götz

geb. 1891 – Psychiater, Gutachter

Um 1928 wird Goetz psychiatrischer Mitarbeiter des Instituts, nachdem er vorher als Assistenzarzt an der “Anstalt für Epileptische der Stadt Berlin” in Wuhlgarten tätig war, wohin er 1929 als Oberarzt zurückkehrt.
Mit dem Institut ist Götz weiterhin durch seine sexuologischen Interessensgebiete, durch seine Tätigkeit als Gerichtsgutachter und durch gemeinsame sexualanthropologische Publikationen mit Hirschfeld verbunden.
1933 wird er als Jude von den Nazis entlassen und für kurze Zeit inhaftiert wegen kommunistischer Aktivitäten. Er emigriert 1934 nach Palästina, arbeitet als Arzt und Schuster in einem Kibbuz bei Tel Aviv;

CD
Porträt Otto Juliusburger (1929) (ullstein bild)

Sanitätsrat Dr. med. Otto Juliusburger

Psychiater, Strafrechts- und Lebensreformer

Mit dem Institut und insbesondere mit dessen Leiter ist Juliusburger durch langjährige Zusammenarbeit und gemeinsame Interessensgebiete verbunden:
Mit Hirschfeld erstellt er Gutachten zu Sexualdelikten. Wie Hirschfeld ist er Mitglied des Wissenschaftlich-humanitären Komitees und im “Bund für Mutterschutz”. Er war Gründungsmitglied der Berliner Ortsgruppe der “Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung” (1910), und nahm aktiv an den Kongressen der Weltliga für Sexualreform teil.

Juliusburger arbeitet als leitender Arzt an einer Berliner Irrenanstalt (Trinkerheilstätte). Er ist ein strikter Anti-Alkoholiker; sein Spezialgebiet ist “Cellularpsychologie und Sexualwissenschaft” als biologische Naturphilosophie.