Institut für Sexualwissenschaft (1919-1933)eine Online-Ausstellung der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft

Ausbildungs- und Weiterbildungsstätte

Karl Giese auf der Bühne im Ernst-Haeckel Saalvergrößern
Karl Giese auf der Bühne im Ernst-Haeckel Saal (Hirschfeld: Geschlechtskunde. Bd. 4, Stuttgart 1930, S.892)

Das Restaurant im Gebäude In den Zelten 9a wird nach dem Erwerb durch Hirschfeld 1921 zu einem Vortragssaal umgebaut, und nach dem 1919 verstorbenen und von Hirschfeld sehr verehrten Ernst Haeckel benannt 1 3 .

Die Verehrung Haeckels – des Sozialdarwinisten und Entwicklungsbiologen, der den “Monismus”, eine neue Naturphilosophie, begündete – ist bezeichend für den aufklärerischen Geist, der im Institut herrscht 2 . Die Erforschung des Sexuallebens soll den Boden bereiten für umfassende Reformen des Sexualstrafrechts. In Abendkursen, an sexualwissenschaftlichen Wochenenden und Wochen 4 werden Forschungsergebnisse der Berliner Arbeiterbevölkerung ebenso nahegebracht wie Akademikern – dazu dient der Haeckel-Saal, der angeblich bis zu 200 Personen fassen kann. Im Geiste der Aufklärung und des Humanismus beruft man sich auf “Geistesgrößen” – Sprüche von Goethe u.a. finden sich an den In- und Auswänden des Instituts – als auch auf namhafte Wissenschaftler, deren signierte Porträts im Treppenhaus der alten “Villa Joachim” hängen.

Anderen Gruppen, Organisationen oder Verbänden, die sich zum Teil dem selben Geist verschrieben haben, wird der Ernst-Haeckel Saal für Vorträge und Veranstaltungen zur Verfügung gestellt bzw. vermietet.

Leitgedanken und Sinnsprüchevergrößern
Leitgedanken und Sinnsprüche (Unsere Arbeit / Zweiter Bericht, 1924, S.34)
CD
Zeichnung für den Umbau des Restaurants zum Ernst-Haeckel-Vortragssaal (Landesarchiv Berlin, Rep.202 Acc.1559 Nr.2160)
Programmplakatvergrößern
Sexualwissenschaftliche Woche - Programm (Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft)