Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Einladung zur Verlegung eines Stolpersteins für Dr. Felix Abraham

vergrößern
Felix Abraham (1931)

Aus Anlass der Verlegung eines Stolpersteins für Dr. Felix Abraham (1901–1937) lädt die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft zu einer kleinen Feierstunde ein. Musikalisch wird die Zeremonie durch liturgische Gesänge von Dov-Bernhard Galmor-Geier begleitet. Es spricht Raimund Wolfert.

Achtung! Es wird darum gebeten, möglichst schon um 9.30 Uhr vor Ort zu sein, da der Stolperstein im Zuge der engen Terminplanung Gunter Demnigs auch einige Minuten früher als geplant verlegt werden kann.

Felix Abraham kam Ende der 1920er Jahre als letzter der noch von Magnus Hirschfeld persönlich berufenen Ärzte an das Institut für Sexualwissenschaft. Hier machte er sich vor allem durch die Beratung von Transvestiten und Transsexuellen einen Namen. Nach der Zerstörung des Instituts 1933 praktizierte Abraham zunächst unter verschiedenen Adressen in Berlin, spätestens 1936 bemühte er sich aber um die Auswanderung aus Deutschland. Sein Ziel war Schweden. Die Bemühungen Abrahams schlugen indes fehl – sein Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung wurde von der obersten Sozialbehörde in Stockholm abgelehnt. Nach einem erneuten Aufenthalt in Berlin zog Felix Abraham Anfang 1937 nach Florenz, um dort das italienische Staatsexamen abzulegen. Der schwedische Homosexuellenaktivist Eric Thorsell schrieb 1980: „Abrahams Schicksal war tragisch – er schaffte es nicht, den Lebensfunken am Glühen zu halten, nachdem in Deutschland alles für ihn zusammengebrochen war.“ Felix Abraham nahm sich am 8. September 1937 unter bislang ungeklärten Umständen in Florenz das Leben. Sein Grab auf dem dortigen Cimitero Israelitico di Caciolle konnte erst im letzten Jahr ermittelt werden.