Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Einladung zur Verlegung eines Stolpersteins für Karl Giese

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Karl Giese und M. Hirschfeld

Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft lädt zur Verlegung eines Stolpersteins für Karl Giese (1898–1938) vor dem Haus der Kulturen der Welt ein. Es sprechen Raimund Wolfert (für die MHG), Dr. Katinka Bhagwati (für das HKW) und Hans Soetaert (Historiker, Gent/Belgien).

Achtung! Es wird darum gebeten, trotz der kalten Witterung möglichst schon um 11.20 Uhr vor Ort zu sein, da der Stolperstein im Zuge der engen Terminplanung Gunter Demnigs auch einige Minuten früher als geplant verlegt werden kann.

Karl Giese, geboren am 18. Oktober 1898 in Berlin, lernte Magnus Hirschfeld im Alter von etwa zwanzig Jahren kennen und wurde dessen Lebensgefährte. Am Institut für Sexualwissenschaft in der einstigen Beethovenstraße 3 / In den Zelten 10 war er zunächst als Sekretär und „Mädchen für alles“, später als Leiter des Archivs und der Bibliothek angestellt. Als sich Magnus Hirschfeld 1931 auf eine Weltreise begab, blieb Karl Giese als sein Sachwalter in Deutschland zurück. Doch einen Tag nach der Plünderung des Instituts für Sexualwissenschaft durch die Nationalsozialisten, am 7. Mai 1933, verließ Karl Giese Berlin, um nie wieder in seine Heimatstadt zurückzukehren. Nach Aufenthalten in der Schweiz, Frankreich, Österreich und der Tschechoslowakei nahm er sich am 16. März 1938 – wenige Tage nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich – in Brno (Brünn) das Leben. Eine Woche später wurde er auf dem Zentralfriedhof in Brno begraben, doch sein Grab ist heute nicht mehr erhalten. Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft hat die Initiative zur Verlegung des Stolpersteins für Karl Giese vor dem heutigen Haus der Kulturen der Welt ergriffen, um das Gedenken an den engen Mitarbeiter und langjährigen Lebensgefährten Magnus Hirschfelds in seiner Heimatstadt Berlin wach zu halten.