Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Sammlungsschwerpunkte

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Magnus Hirschfeld in der Bibliothek des Instituts für Sexualwissenschaft

Bibliothek und Archiv der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft konzentrieren sich auf die Zeit vor 1945. Aktuelle sexualwissenschaftliche oder sexualpolitische Literatur ist nur sporadisch vorhanden. Im Zentrum der Bibliothek stehen die Veröffentlichungen Magnus Hirschfelds, seiner Mitarbeiter_innen und seiner Zeitgenoss_innen; auch Schriften der Vorläufer der Sexualwissenschaft werden gesammelt.

Hauptanliegen ist die Rückführung bzw. Rekonstruktion der Bibliothek des Instituts für Sexualwissenschaft. Ein erster Fund im Antiquariat waren in den 1980er Jahren die beiden Zille-Bände mit der Widmung des Herausgebers Hans Ostwald an Magnus Hirschfeld und dem Vermerk des Plünderers: Besorgt am 6.5.1933 von Fritz Kröhnker
Typische Stempel der Institutsbibliothek sehen so aus:

Bestandteile der Bibliothek sind auch

  • Sammlung Iwan/Robert Bloch
  • Sammlung Annemarie Leibbrand-Wettley
  • Sammlung Emilio Presedo
  • Teilnachlass Dieter Berner

Archivalien

  • Nachlass Li Shiu Tong/Magnus Hirschfeld
  • Miscellen WhK/Institut
  • Sammlung Maass
  • Sammlung Katter
  • Sammlung Paul und Maria Krische
  • Sammlung Franziska Mann

Aktuelle Nachrichten

Aus dem alten Institutsbestand

| Carl Heinrich Stratz: Die Frauenkleidung (Cover, 1903)

Am 12. September besuchte Thomas Jende unsere Büroräume und schenkte uns ein Buch aus dem Bestand des Instituts für Sexualwissenschaft. Es handelt sich um die Studie Die Frauenkleidung und ihre natürliche Entwicklung des in Odessa geborenen deutschen Gynäkologen Carl Heinrich Stratz (1858–1924) von 1904 (dritte, völlig umgearbeitete Auflage). Herr Jende hatte das Buch kurz zuvor in einem Schöneberger Antiquariat gekauft und erst zu Hause festgestellt, dass es mehrere Stempel des Instituts für Sexualwissenschaft enthielt.

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Neuzugang

| Heike Bernhardt überreicht das Buch Sigmund Freuds an Raimund Wolfert. Foto: James Worner, 2016.

Ende Mai 2016 hat uns Heike Bernhardt mit einem Buch beschenkt. Es handelt sich um die Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie von Sigmund Freud (4. Auflage, 1920). Dr. Heike Bernhardt – Ärztin, Psychotherapeutin und Autorin von Schriften unter anderem zur Geschichte der Psychiatrie im Nationalsozialismus – hatte das Buch Ende der 1990er Jahre von Prof. Alfred Katzenstein (1915–2000) geschenkt bekommen. Der wiederum hatte es zwanzig Jahre zuvor in einem Antiquariat in Prag gekauft.

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Dinge, die wir suchen

Umschlag | Umschlag Vita Homosexualis

Bei der Plünderung des Instituts für Sexualwissenschaft gingen Bibliothek, Archiv und Sammlungen verloren – allerdings nicht komplett. Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft bemüht sich darum, die in alle Welt verstreuten Bücher und Sammlungsgegenstände zu identifizieren und – wenn möglich – nach Berlin zurückzubringen. Hier stellen wir einige Bücher und Objekte vor, die wir aktuell suchen – und geben ein paar Beispiele von wiedergefundenen Exemplaren.

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Ernst Haeckels Anthropogenie

Cover | E. Haeckels Anthropogenie

Auf einen Hinweis hin, den wir aus Schweden erhielten, konnte die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft kürzlich ein seit über 80 Jahren verschollenes Buch aus dem Originalbestand des Instituts für Sexualwissenschaft erwerben. Es handelt sich um den ersten Band der Anthropogenie Ernst Haeckels (6. Auflage, 1910). Auf der Innenseite des Buchdeckels trägt der Band den Stempel der Dr. Magnus Hirschfeld-Stiftung. Damit konnten wir unsere Sammlung von Schriften aus dem alten Institutsbestand um ein weiteres Exemplar ergänzen, so dass wir jetzt über genau 31 Originaltitel aus dem Besitz des Instituts für Sexualwissenschaft verfügen. Über den Hinweis aus Schweden haben wir uns sehr gefreut. Deshalb senden wir hier ein herzliches „Tack så mycket!“ nach Göteborg.

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Digitalisate

Cover Das Dritte Geschlecht

Im Internet sind zunehmend Werke Magnus Hirschfelds aus digitalisierten Bibliotheksbeständen frei zugänglich. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit weisen wir nachstehend auf derartige Bestände hin.

Wir danken Erwin In het Panhuis für die Überlassung der Datensätze aus seiner Bibliographie. Aktuell sind solche Digitalisate international auch über die Datenbank des KVK – Karlsruher Virtueller Katalog auffindbar.

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Der Nikolaus war da ...

Widmung | Widmung von Hans Ostwald zu Hirschfelds 50. Geburtstag

… und hat ein Buch aus Hirschfelds Bibliothek gebracht. Das Berliner Antiquariat Gothow & Motzke hat uns mit einem Fundstück überrascht und beschenkt: einem Widmungsexemplar aus Magnus Hirschfelds Bibliothek. Dafür danken wir ganz herzlich!

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Fünf Briefe von Magnus Hirschfeld an Grete Meisel-Hess

Hirschfeld an Meisel-Hess, 2.12.1914 - Vortragseinladung

Mit Hilfe freundlicher Sponsorinnen und Sponsoren konnte die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft kürzlich fünf Briefe von Magnus Hirschfeld an die Schriftstellerin Grete Meisel-Hess (1879–1922) erwerben.

Die Schriftstellerin Grete Meisel-Hess lebte seit 1908 in Berlin. Die Briefe stammen aus der Zeit zwischen 1914 und 1919, der erste handschriftlich verfasst, die anderen maschinenschriftlich mit einem persönlichen Gruß und Unterschrift. Es geht um Verabredungen zu Gesprächen und persönlicher Beratung, eine Vortragseinladung, den Austausch über ein Manuskript, und im letzten Schreiben bittet Hirschfeld um ein größeres Portraitfoto der Autorin mit einer Widmung, das er in den Bibliotheksräumen des neuen Instituts für Sexualwissenschaft aufhängen möchte.

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Veröffentlichungen

  • Ralf Dose, Rainer Herrn: Verloren 1933: Bibliothek und Archiv des Instituts für Sexualwissenschaft in Berlin. In: Regine Dehnel: Jüdischer Buchbesitz als Raubgut. Zweites Hannoversches Symposium
    Frankfurt a.M.: Vittorio Klostermann 2006 (=Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Sonderheft 88), S. 37–51
  • Ralf Dose, Rainer Herrn: Um das Erbe Magnus Hirschfelds
    In: AKMB news 11(2005)2, S. 19–23
  • Ralf Dose: Nachlaßverzeichnis Iwan Bloch/Robert Bloch
    Berlin: Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft 1993