Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Sammlungsschwerpunkte

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Bibliothek und Archiv der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft konzentrieren sich auf die Zeit vor 1945. Aktuelle sexualwissenschaftliche oder sexualpolitische Literatur ist nur sporadisch vorhanden. Im Zentrum der Bibliothek stehen die Veröffentlichungen Magnus Hirschfelds, seiner Mitarbeiter_innen und seiner Zeitgenoss_innen; auch Schriften der Vorläufer der Sexualwissenschaft werden gesammelt.

Hauptanliegen ist die Rückführung bzw. Rekonstruktion der Bibliothek des Instituts für Sexualwissenschaft. Ein erster Fund im Antiquariat waren in den 1980er Jahren die beiden Zille-Bände mit der Widmung des Herausgebers Hans Ostwald an Magnus Hirschfeld und dem Vermerk des Plünderers: Besorgt am 6.5.1933 von Fritz Kröhnker
Typische Stempel der Institutsbibliothek sehen so aus:

Bestandteile der Bibliothek sind auch

  • Sammlung Iwan/Robert Bloch
  • Sammlung Annemarie Leibbrand-Wettley
  • Sammlung Emilio Presedo
  • Teilnachlass Dieter Berner

Archivalien

  • Nachlass Li Shiu Tong/Magnus Hirschfeld
  • Miscellen WhK/Institut
  • Sammlung Maass
  • Sammlung Katter
  • Sammlung Paul und Maria Krische
  • Sammlung Franziska Mann
  • Nachlass Stefan Hülsmann
  • Teilnachlass Rudolf Klimmer

Aktuelle Nachrichten

Otto Schmidt-Gibichenfels: Wen soll ich heiraten?

„Wen soll ich heiraten?“, fragte 1907 der Lehrer, Publizist und Rassenhygieniker Otto Schmidt-Gibichenfels (1861–1933) in seinem gleichnamigen Buch und versuchte dort sogleich eine „neue Antwort auf eine alte Frage“ zu geben. Uns interessiert an dieser Stelle allerdings etwas ganz anderes: Durch welche Hände ist Schmidt-Gibichenfels‘ Buch zwischen 1933 und heute gegangen? Denn durch einen nächtlichen Hinweis von unserem guten Freund Olov Kriström in Göteborg konnten wir kürzlich ein Exemplar von Schmidt-Gibichenfels‘ Schrift erwerben.

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Ein Geschenk: Aus dem Institut für Sexualwissenschaft

Anfang Dezember 2022 besuchte uns Yvonne de Bordes, Museumsmitarbeiterin in Berlin, und überreichte uns ein großzügiges Geschenk: Es handelt sich um den Roman Die Magie des Doktor Morinon von Heinrich Stadelmann, der im Jahr 1925 erschienen war. Frau de Bordes hatte das Buch vor einigen Jahren aus einem Altpapiercontainer in ihrer Nachbarschaft gezogen, nachdem ihr der Stempel des Instituts für Sexualwissenschaft auf dem Cover ins Auge gefallen war. Auch im Inneren trägt das gut erhaltene Buch entsprechende Stempel.

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Teilnachlass Rudolf Klimmer

Im Sommer 2022 hat die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft von Günter Grau einen Teilnachlass des Dresdner Arztes und Sexualforschers Rudolf Klimmer (1905–1977) übernommen. Klimmer spielte nicht nur in der DDR für die homosexuelle Emanzipationsbewegung eine bedeutende Rolle. Der Teilnachlass besteht aus einem Ringordner, zwölf Einschlagmappen und fünf Heftordnern, in denen sich vornehmlich Korrespondenzen Klimmers, Manuskripte und Rezensionen finden.

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Überraschungsfund: Aus dem Institut für Sexualwissenschaft

2021 hat die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft die Bibliothek des einstigen Frankfurter Instituts für Sexualwissenschaft (1973–2006) erworben. Zusätzlich haben wir aus dem Besitz von Volkmar Sigusch eine große Zahl weiterer Bücher zur Sexualwissenschaft, Medizin und Kulturgeschichte übernommen. Die meisten dieser Bücher sind älteren Datums, was sie für uns natürlich noch wertvoller und interessanter macht. Nach dem Umzug in unsere neuen Räume haben wir damit begonnen, diesen zweiten, ehedem privaten Buchbestand sukzessive in unsere Sammlung einzuarbeiten – und siehe da: Uns ist ein Buch in die Hände gefallen, das nicht nur den Stempel des Instituts für Sexualwissenschaft trägt, sondern auch einen handschriftlichen Eintrag Friedrich Hauptsteins.

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Digitalisiert: Paul Krisches Tagebücher

Aus dem Nachlass von Paul Krische (1878–1956) und Maria Krische (1880–1945), Sexualreformer*innen aus dem Umfeld Magnus Hirschfelds und des Instituts für Sexualwissenschaft, besitzt die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft zahlreiche Tage-, Jahres- und Erinnerungsbücher sowie andere Unterlagen, die wir 2013 posthum von Susanne Andrukowicz, einer Enkelin des Ehepaars Krische erhalten haben. Die von Paul Krische handschriftlich geführten Tagebücher umfassen die Jahre 1930 bis 1940, die Sammelalben stammen aus den Jahren 1915 bis 1953. Zusätzlich gehören Unterlagen zur Familiengeschichte und vier Kästen mit Fotografien zu dem Konvolut.

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Neu in unserer Sammlung: Briefe von Franziska Mann

Als Schriftstellerin und Frauenrechtlerin erfreute sich Franziska Mann (1859–1927), die zweitälteste Schwester Magnus Hirschfelds, zu ihren Lebzeiten einer gewissen Berühmtheit. Insbesondere ihre Erzählungen, in denen sie Aspekte der Kindheit behandelte, waren beim zeitgenössischen Publikum erfolgreich. Für Aufmerksamkeit sorgte ebenfalls eine Broschüre, die Franziska Mann zusammen mit Magnus Hirschfeld verfasste und die 1918 unter dem Titel Was jede Frau vom Wahlrecht wissen muß! erschien. Gleichwohl sind Franziska Manns Werke und ihr Lebensweg heute so gut wie vergessen.

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Bibliothek rosa Winkel

Einen regulären Ankaufstetat für neue Bücher hat die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft nie gehabt. Zwar haben wir immer wieder Publikationen für unsere Sammlung käuflich erworben, etwa wenn sie von Magnus Hirschfeld selbst und aus seinem direkten Umfeld stammten und von besonderem historischem Interesse waren. Wenn es um neuere Forschungsliteratur und die historische Emanzipationsliteratur im weiteren Sinne geht, sind wir aber meist auf Schenkungen, Spenden und Nachlässe angewiesen. Gleichwohl ist unsere Bibliothek gerade in den letzten Jahren in rasantem Tempo angewachsen.

Ein schönes Geschenk hat uns jetzt Wolfram Setz aus Hamburg gemacht: Er hat der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, soweit möglich, die noch fehlenden Titel der Buchreihe Bibliothek rosa Winkel vermacht, die er seit 1991 als Herausgeber betreut. Und es waren nicht gerade wenige Exemplare, die uns noch fehlten.

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Aus der Bibliothek des Instituts für Sexualwissenschaft

Als wir am 1. Juli 2022 zusammen mit rund dreißig guten Freunden und Freundinnen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft die Eröffnung unserer neuen Büro-, Archiv- und Bibliotheksräume feierten, wurden wir reich beschenkt. Hans Hengelein, seit 1981 vielfältig in der Schwulenbewegung aktiv, ab 1992 Referent der Landesregierung in Niedersachsen für Schwule, HIV und AIDS sowie von 2015 bis zu seiner Berentung 2019 für den Bereich Queer zuständig, bedachte uns mit einem Exemplar des Bilderteils von Magnus Hirschfelds Geschlechtskunde (1930), das im Inneren mehrfach die Stempel des Instituts für Sexualwissenschaft aufweist. Hans Hengelein hatte das Buch in den 1980er Jahren im Antiquariat Düwal in der Berliner Schlüterstraße für 500 DM erworben.

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Neuzugang in unserer Sammlung

Am 31. Januar 2022 erfuhr unsere Bibliothek einen wunderbaren Neuzugang. An diesem Nachmittag erschien der Kunst- und Literaturwissenschaftler Hartmut Pätzke in unserer Geschäftsstelle und beschenkte uns mit dem 1923 erschienenen Band Gotische Gedichte von Kurt Gauger (1899–1957). Der Band stammt aus dem Bestand des 1933 geplünderten Instituts für Sexualwissenschaft, trägt eine Widmung des Herausgebers Werner Achelis (1897–1982) an Magnus Hirschfeld, vielfältige Besitzstempel des Instituts und einen handschriftlichen Eintrag seines Zwischenbesitzers von 1933.

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Berlin erhält ein großes Geschenk – aber es kann noch nicht ausgepackt werden

Die Bibliothek ist verpackt

Die Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur von Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma hat der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft eine umfangreiche Bibliothek zur Geschichte der Sexualwissenschaft geschenkt – eine Sammlung, die den eigenen Bestand der Gesellschaft nahezu verdoppelt und überaus wertvolle Bücher enthält. Dazu gehören zwei Schriften von Karl-Heinrich Ulrichs (1825–1895) mit eigenhändigen Notizen, dem „ersten Schwulen der Weltgeschichte“, wie ihn der Frankfurter Sexualwissenschaftler Prof. Dr. Volkmar Sigusch genannt hat.

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Monatsberichte des WhK 1902–1908

Die Monatsberichte des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (Charlottenburg–Berlin) sind eine reichhaltige Quelle zur Frühgeschichte der homosexuellen Emanzipationsbewegung nicht nur im deutschsprachigen Raum. Die einzelnen Monatsberichte sind jedoch bislang nur schwer zugänglich gewesen, in kaum einer öffentlichen oder wissenschaftlichen Bibliothek dürften sie vollständig erhalten sein. Auch weisen sie kein Inhalts-, Namens- oder Ortsverzeichnis auf. Die gezielte Recherche in den Ausgaben war deshalb von jeher aufwendig. Aus diesem Grund hat sich die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft entschieden, das gebundene Exemplar der Monatsberichte 1904–1908, das wir in unserer Sammlung haben, zu digitalisieren und interessierten Leser_innen und Forscher_innen zur Verfügung zu stellen.

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Neu in unserer Bibliothek

Anfang Dezember 2020 erreichte uns ein schönes Geschenk aus der Universitätsbibliothek Greifswald: Es handelt sich um Paul Engelens Geistesschulung aus dem Jahre 1923, das den Bibliothekaren im Zuge von Bestandsumarbeitungen aufgefallen war, weil es den Stempel der „Bibliothek des Instituts für Sexualwissenschaft / Dr. Magnus-Hirschfeld-Stiftung“ trägt. Der verantwortliche Greifswalder Bibliotheksdirektor Dr. Peter Wolff hatte keinen Zweifel, wer der rechtmäßige Besitzer dieses Buches war und sein sollte: Nach der Zerstörung und Zerschlagung der Bibliothek des Berliner Instituts für Sexualwissenschaft 1933 „restituierte“ er es an uns.

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Neuzugänge aus dem Nachlass Hassler

Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft hat Anfang Mai 2019 eine umfangreiche Sammlung von Büchern aus dem Nachlass des 1974 verstorbenen Dr. jur. Rudolf Hassler aus Braunschweig erhalten. Der über 50 Titel umfassende Bestand enthält zentrale und zum Teil heute sehr seltene historische Schriften zur Kriminologie und allgemeinen Psychologie von Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.

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Neu in unserer Sammlung

| Der Eintrag Magnus Hirschfelds in Hermann Webers und Paul Dalquens Gästebuch.

Anfang 2019 erhielt die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft ein großzügiges Geschenk aus dem Frankfurter Raum: Es ist das Gästebuch von Hermann Weber und Paul Dalquen, in dem an prominenter Stelle gleich zuvorderst ein handschriftlicher Eintrag von Magnus Hirschfeld steht. Hermann Weber (1882–1955) war vor 1933 Leiter der Ortsgruppe Frankfurt/Main des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK), und er wurde 1949 Ehrenvorsitzender des Vereins für humanitäre Lebensgestaltung (VhL) sowie Präsident des WhK Hans Gieses.

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Aus dem alten Institutsbestand

Am 12. September 2016 besuchte Thomas Jende unsere Büroräume und schenkte uns ein Buch aus dem Bestand des Instituts für Sexualwissenschaft. Es handelt sich um die Studie Die Frauenkleidung und ihre natürliche Entwicklung des in Odessa geborenen deutschen Gynäkologen Carl Heinrich Stratz (1858–1924) von 1904 (dritte, völlig umgearbeitete Auflage). Herr Jende hatte das Buch kurz zuvor in einem Schöneberger Antiquariat gekauft und erst zu Hause festgestellt, dass es mehrere Stempel des Instituts für Sexualwissenschaft enthielt.

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Neuzugang

Ende Mai 2016 hat uns Heike Bernhardt mit einem Buch beschenkt. Es handelt sich um die Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie von Sigmund Freud (4. Auflage, 1920). Dr. Heike Bernhardt – Ärztin, Psychotherapeutin und Autorin von Schriften unter anderem zur Geschichte der Psychiatrie im Nationalsozialismus – hatte das Buch Ende der 1990er Jahre von Prof. Alfred Katzenstein (1915–2000) geschenkt bekommen. Der wiederum hatte es zwanzig Jahre zuvor in einem Antiquariat in Prag gekauft.

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Dinge, die wir suchen – und solche, die wir gefunden haben

Bei der Plünderung des Instituts für Sexualwissenschaft gingen 1933 Bibliothek, Archiv und Sammlungen verloren – allerdings nicht komplett. Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft bemüht sich darum, die in alle Welt verstreuten Bücher und Sammlungsgegenstände zu identifizieren und – wenn möglich – nach Berlin zurückzubringen. Hier stellen wir einige Bücher und Objekte vor, die wir aktuell suchen – und geben ein paar Beispiele von wiedergefundenen Exemplaren bzw. von Büchern, die wir erworben oder die uns geschenkt wurden und seitdem unsere Sammlung bereichern.

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Ernst Haeckels Anthropogenie

Auf einen Hinweis hin, den wir aus Schweden erhielten, konnte die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft kürzlich ein seit über 80 Jahren verschollenes Buch aus dem Originalbestand des Instituts für Sexualwissenschaft erwerben. Es handelt sich um den ersten Band der Anthropogenie Ernst Haeckels (6. Auflage, 1910). Auf der Innenseite des Buchdeckels trägt der Band den Stempel der Dr. Magnus Hirschfeld-Stiftung. Damit konnten wir unsere Sammlung von Schriften aus dem alten Institutsbestand um ein weiteres Exemplar ergänzen, so dass wir jetzt über genau 31 Originaltitel aus dem Besitz des Instituts für Sexualwissenschaft verfügen. Über den Hinweis aus Schweden haben wir uns sehr gefreut. Deshalb senden wir hier ein herzliches „Tack så mycket!“ nach Göteborg.

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Digitalisate

Im Internet sind zunehmend Werke von und über Magnus Hirschfeld aus digitalisierten Bibliotheksbeständen frei zugänglich. Erfreulicherweise wächst die Zahl der Digitalisate ständig. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit weisen wir nachstehend auf derartige Bestände hin. Gleichzeitig bitten wir um Ihre Mithilfe. Über Hinweise auf Digitalisate, die wir hier noch nicht erfasst haben bzw. die uns noch nicht zur Kenntnis gelangt sind, würden wir uns sehr freuen.

Wir danken Erwin In het Panhuis für die Überlassung der Datensätze aus seiner Bibliographie. Aktuell sind solche Digitalisate auch über die Datenbank des KVK – Karlsruher Virtueller Katalog auffindbar.

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Der Nikolaus war da ...

… und hat uns ein Buch gebracht. Das Berliner Antiquariat Gothow & Motzke hat uns mit einem Fundstück überrascht und beschenkt: einem Widmungsexemplar aus Magnus Hirschfelds Bibliothek. Bei dem Buch handelt es sich um eine Erstausgabe von Gerhart Hauptmanns Der Ketzer von Soana, das 1918 erschien und im gleichen Jahr von Hans Ostwald Magnus Hirschfeld mit einer Widmung zum 50. Geburtstag überreicht wurde. Für dieses Geschenk bedanken wir uns ganz herzlich!

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Fünf Briefe von Magnus Hirschfeld an Grete Meisel-Hess

Mit Hilfe freundlicher Sponsorinnen und Sponsoren konnte die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft kürzlich fünf Briefe von Magnus Hirschfeld an die Schriftstellerin Grete Meisel-Hess (1879–1922) erwerben.

Die Schriftstellerin Grete Meisel-Hess lebte seit 1908 in Berlin. Die Briefe stammen aus der Zeit zwischen 1914 und 1919, der erste handschriftlich verfasst, die anderen maschinenschriftlich mit einem persönlichen Gruß und Unterschrift. Es geht um Verabredungen zu Gesprächen und persönlicher Beratung, eine Vortragseinladung, den Austausch über ein Manuskript, und im letzten Schreiben bittet Hirschfeld um ein größeres Portraitfoto der Autorin mit einer Widmung, das er in den Bibliotheksräumen des neuen Instituts für Sexualwissenschaft aufhängen möchte.

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